Vipassana & das Nervensystem: Warum Stillsitzen frei macht
Shownotes
Wie wirkt Stille auf unser Nervensystem? In diesem Gespräch sprechen Rosemarie und Adriaan darüber, warum wir oft glauben, ruhig zu sein – während unser Nervensystem innerlich auf Kampf, Flucht, Starre oder Anpassung läuft.
Ein ehrlicher Austausch über Meditation, Heilung alter Muster und die überraschende Leichtigkeit, die entsteht, wenn das Nervensystem wirklich zur Ruhe kommt.
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Sehr viele Menschen sind überrascht, wie frei sie sein können. Teil der Künste ist auch, um die Mitte zu finden, wie man Menschen so viel wie möglich Raum gibt, um sich selbst zu gestalten, und gleichzeitig einen Raum schafft, der ruhig ist. Wir können im falschen Nervensystem unterwegs sein.
Wenn du dein Nervensystem ansprichst, wenn das agitiert ist, das kriegen wir am Anfang überhaupt nicht mit. Agitiert heißt unruhig. Erregt.
Ah, so. Ja, genau. Eigentlich macht das ganze Ding so, ständig.
Wir kriegen es aber nicht mit. Wir denken, dass wir ruhig sitzen. Das ist normal, vor allem im Alltag.
Im Hintergrund sind wir aber in dieser Nervensystemumgebung, da gibt es sehr interessante Bücher und Menschen, die da sehr interessante Herangehensweisen, Perspektiven haben. Ein Bild ist, wir können im falschen Nervensystem unterwegs sein. Es gibt unterschiedliche Nervensysteme und der Nachtdruck kann auf unterschiedliche Systeme liegen.
Und das im Hintergrund, das ist ein Zustand, den wir eigentlich gar nicht brauchen, aber der immer da ist. Und die es verdammt schwierig macht, um einfach da zu sein und zu bleiben. Und nicht aufzustehen oder das Nächste zu denken.
Und die Frage ist dann, woran merke ich das, wenn es ruhiger wird, ohne dass es schläfrig wird, ohne dass es dumpf wird. Oder wenn du eh aus der Dummheit kommst, weil eine Möglichkeit damit umzugehen ist, das ganze Ding einfach zu decken und zu bedecken und fast wie Sand drüber zu begraben. Und dann merkst du eh, wenn es klarer wird und wenn es leichter wird.
Und weiter auch. Und weiter, ja. Und es wird immer wieder gesagt, so von Kampf, Flucht, Starre.
Ich denke, dass es einen vierten gibt noch, worüber ich nicht so viele höre und der ist Anpassen. Das ist auch so eine Reaktion. Die Situation ist eigentlich überfordernd.
Ich weiß nicht, was ich machen kann. Was muss ich machen? Was kann ich tun, um es dir richtig zu machen? Wie muss ich mich benehmen, dass du mich nicht mehr haust? Und das ist nochmal etwas anderes als Angst. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir da mehr finden als nur Angst.
Also Kampf, Flucht und Starre. Auf jeden Fall auch Anpassen, aber ich denke, dass es mehr gibt. Ja, das steht ja auch noch ganz am Anfang.
Die entdecken ja auch immer wieder viel mehr, gerade in dieser Art von Forschung in dem Bereich. Auch so, dass in der Sicherheit, dass Spannung auch irgendwie ein bisschen, die Anspannung durchlässiger und weicher wird. Vielleicht auch.
Ja, wenn wir uns frei fühlen und wenn wir ruhig und in Frieden sind. Wenn es um uns herum bewegen kann, ohne dass wir reagieren müssen. Was auch immer hilft, sind ja auch die Wahlmöglichkeiten, die es ja hier gibt.
Liegen oder stehen, einfach auch um wählen zu können, weil wir haben ja so oft keine Wahl im Alltag. Wir müssen ja die To-Do-Liste machen, das und jenes erledigen und da und dahin. Ja, ich merke in vielen Meditations-Retreats, woran ich teilgenommen habe, ist ein wichtiger Aspekt von der Praxis, dass du dich nicht bewegen darfst.
Und ich merke, ich habe mich da völlig drin verrannt früher hin. Okay, dann bin ich auch so gut, wenn ich mich nicht bewege. Ich erinnere mich an Retreats, die habe ich innerlich, ich weiß nicht, was die anderen gemacht haben, aber für mich war es Wettbewerbssitzen.
Ich bin hier die beste Schüler. Egal, wie sich meine Knien später anfühlen, ich bin echt der Letzte, der hier bewegt. Und irgendwann habe ich gemerkt, was für ein Schwachsinn das ist, was ich eigentlich am Tun bin.
Wir helfen uns auch sehr gegenseitig. Ein Lehrer von mir, der hat mir irgendwann einfach die Maske gezogen und der hat mir irgendwann einfach gezeigt, hey Adrian, du bist echt beispielhaft. Also schöner an mich vorbeilaufen in Meditationen, das kriegt niemand hin.
Der Unterton habe ich gehört und einfach verstanden, okay, hier wird mir gerade die Maske gezogen. Ich habe eine große Theatershow für das ganze Ding gemacht, für mich selbst. Und das kann es nicht sein.
Und ob es dann dies ist von Adrian, macht einen, ich bin der Beste draus, oder jemand anderes macht einen, ich darf mich nicht bewegen draus. Wenn die mich nicht mögen, vielleicht darf ich nicht mehr zurückkommen, wenn ich zu viel bewege. Ich habe es gemerkt, dass Menschen in Stille in der Meditation sitzen, und die haben dann eine Woche lang meditiert und dann sehen sie so aus.
Sehr friedlich. Total. Total friedlich.
Wie kommst du da raus? Teil der Künste ist auch, um die Mitte zu finden, wie gibt man Menschen so viel wie möglich Raum, um sich selbst zu gestalten, und schafft aber gleichzeitig gemeinsam einen Raum, der ruhig ist. Dass da nicht jemand denkt, für mich ist es am besten, wenn ich einfach den ganzen Tag Gymnastik mache. Das ist schwierig für die Nachbarn.
Das ist ein Spiel. Was passiert, wenn Menschen sich nicht mehr zwingen oder zwingen müssen, weil man macht es ja so, und ich habe es ja so gelesen, und wenn ich jetzt die zehn Minuten noch durchhalte, dann kriege ich einen Preis. Wir sind im Grunde gut.
Eine meiner Lieblingsbücher von Rutger Brechmann ist auf Deutsch übersetzt mit Im Grunde gut, glaube ich. Und wir brauchen ja gar nichts zu machen, um gut zu sein. Oder um einen guten Eindruck zu wecken.
Sondern wenn wir wirklich bei uns ankommen, sind wir aber dieses wunderbare Gotteswesen. Sind wir diese unfassbare Geschenke, die zu Unglaublichem in der Lage sind. Die in der Lage sind Mitgefühl, oder Verständnis, oder Großzügigkeit.
Die großzügig sein können. Was willst du noch mehr? Das können wir ja auch alle, dieses großzügig sein. Das kennt ja wahrscheinlich jeder von uns.
Wenn wir einfach gut mit uns sind, wenn wir gut genug geschlafen haben, wenn wir genug gegessen haben, wenn wir einfach mal in Frieden mit uns sind, dann sind wir ja offen für die Welt, herzoffen. Ja, wir leben in einem unfassbaren Reichtum miteinander, und haben Angst, dass jemand uns etwas abnimmt. Und laufen an Menschen, die was brauchen, vorbei.
Das letzte Retreat hier war Christus und Buddha im Dialog der Liebe. Und nach zehn Jahren Retreats hier, in dieses katholische Haus gegeben zu haben, endlich mal die Gelegenheit, um mit Herrn Amrein, der das Haus hier betreibt, leitet, zusammen zu schauen in die Berührung von Christus, oder Jesus, von Nazareth, und Siddhartha Gautama. Und ich fand es herrlich, um dreimal am Tag im Stillen in die Kapelle zu sitzen, mit der Gruppe, um dann zurück im Saal zu gehen und hier im Saal zu sitzen.
Dreimal am Tag vorm Altar zu sitzen, und er stahlt dann aus, also wir sitzen da wirklich, und den Rest vom Tag hier im Saal zu verbringen, und da ist nichts. Das sind einfach nur weiße Wände, weiße Textilien, ein heller, natürlicher Holzboden, und weiße, natürliche Textilien, und eine graue Yogamatte. Mehr ist nicht da.
Und dann Menschen. So dieses Erstaunliche, ich sitze nicht alleine. Warum passt denn, es ist eine ähnliche Frage wie gerade eben, warum passt so diese klassische Meditation vielleicht nicht mehr so in den heutigen Zeitgeist, also was wir gerade hatten mit diesem Stillsitzen, und der Stade, und der Enge, und dem zeitlich Begrenzten? Also ich denke, dass Stillsitzen noch immer sehr wichtig ist.
Und mit nur Rumspringen, das ist es, glaube ich, nicht. Ich bin kurz abgelenkt, und jetzt habe ich nicht mehr die ganze Frage vor mir. Die klassische Meditation, ob die noch heute zeitgemäß ist? Der Buddha-Weg hat in jeder Kultur, in jedem Land, in jeder Zeit auch, seine eigene Form gefunden.
Und dieser Prozess findet jetzt bei uns statt. Und es ist gut, um zu schauen, was haben die in China, Korea, Japan, Vietnam, Sri Lanka, Thailand, was haben die schon gemacht? Tibet. Es ist gut, um darauf zu schauen, aber wir sind kein Tibeter.
Wir haben nicht deren Probleme, und wir haben nicht deren Bilderwelt, wir träumen anders, und es wird etwas anderes von uns erwartet. Und es ist nicht mehr als logisch, dass wir dann auch auf die Entdeckungsreise sind, was bedeutet dann der Inhalt vom Buddha's ersten Vortrag, die vier edlen Wahrheiten, was bedeutet dann, es gibt im Leben Sachen, die nicht ganz rumlaufen. Das ist in Deutschland 2025, was ganz anderes als in Tibet 1225.
Und das braucht auch eine andere Form. Diese ganze Geisterwelt, die gibt es bei den Tibetern zum Beispiel, wenn du in so ein Tempel gehst, dann siehst du so ein Riesenmonster, die Menschen haben tatsächlich an diese Wesen geglaubt. Das ist etwas Reelles.
So wie da bei uns, wenn wir ein Tempel bauen würden, dann müssten wir wahrscheinlich einen Ferrari in den Tempel stellen. Oder einen Porsche, einen 911er. Wir müssten einen 911er hinstellen.
Für viele von diesen Männern ist das ein Symbol, womit wir uns auseinandersetzen. Es gibt Männer mit einem 911er und Menschen ohne, Männer ohne. Und das ist irgendwie wichtig.
Wir haben das Internet. Wir haben diese Telefons. Wir haben Demokratie.
Das macht schon ganz viel von dem, was in diesen traditionellen buddhistischen Formen ist. Schau mal, was passiert, wenn du Demokratie reinbringst. Im Vietnamesischen, die hatten nicht mal ein Wort für gleich, für sozial gleich.
Also wenn zwei Menschen sich begegnen in der vietnamesischen Kloster-Tradition, dann können die erst mal nichts sagen. Du musst erst wissen, wer die Jüngere hier ist und wer die Ältere. Wer steht höher in der Hierarchie und wer niedriger.
Dann ist klar, wer als Erster sprechen muss. Und solange das nicht bekannt ist, würden sie sich beide nicht aussprechen, weil es ist schlimmer, sich zu blamieren, als die Unbequemlichkeit von Okay, wir wissen nicht, wie weiter hier. Das ist wie eine Schauplatte, die hängt.
Du sitzt da mit zwei dieser hängenden Schauplatten und du wartest, bis irgendjemand vorbeikommt, der euch beide kennt und angeben kann. Der da. Das braucht eine andere Form.
Was für eine Form? Wir sind zum Beispiel für die Menschen, die sich für Buddhismus interessieren im Westen, das ist tendenziell das sozial progressivere Teil von der Bevölkerung. Und die sind fast alle davon überzeugt, dass Frauen auch Menschen sind. Das ist hier normal, um zu denken, dass Frauen auch Menschen sind, dass sie gleichwertig sind.
Und das ist in die traditionelle buddhistische Kultur noch gar nicht angekommen. Die sind noch auf der Ebene, nein, Frauen sind ... Und da kommt was anderes als gleichwertig. Und sogar ein Dalai Lama, der hat das verstanden, dass Frauen auch Menschen sind.
Und er versucht dann seine Gemeinschaft von buddhistisch erfahrenen Übenden dahin zu bringen, dass die klar haben, Frauen sind auch Menschen. Und es kann nicht sein, dass der jüngste Rotznase, der gerade denkt, dass er vielleicht doch Mönch werden will, oder gerade Mönch geworden ist, dass der jüngste Rotznase, der gerade Mönch geworden ist, dass er höher gestellt ist als eine Nonne, die seit 40 Jahren intensiv übt und herausragend ist in ihrem Verständnis. Aber wenn Essen verteilt wird, dann muss die Dame warten, bis die Rotznase an die Trug vorbei ist.
Und es geht einfach nicht rein. Und der Dalai Lama ist so weit gegangen, dass er gesagt hat, vielleicht komme ich das nächste Mal als Frau zurück. Und nicht mal das hat es getan.
Also das Ding muss hier neu geboren werden. In Kontakt mit den Traditionen, es muss in Einklang sein mit den Traditionen. Es ist nicht so, dass auf einmal andere Regeln herauskommen.
Es ist nicht so, dass die vier edlen Wahrheiten auf einmal sechs werden, oder drei. Das finde ich sehr schön auch an Jesus von Nazareth, wenn er auf Basis von dem alten Testament kommt und dann sagt, nichts von den alten Gesetzen wird außer Wirkung gesetzt. Es muss schon im Einklang sein.
Und wir können das Neue nicht bedenken. Wir nehmen zwei, drei Meisterfahrende oder 500 Meisterfahrende und die sitzen zusammen und die sagen dann, was Buddhismus im Westen ist. Es entsteht einfach.
Das sind schöne, konkrete Fragen. Also was ich sehe an Menschen, die länger üben, was sie gemein haben, ist die Entdramatisierung von das Leben. Also irgendwann fängt das Drama an weniger zu werden und das heißt nicht, dass das Leben auf einmal besser organisiert ist, aber Menschen machen nicht mehr so ein Drama heraus.
Der Rucksack vom Drama geht weg. Das Drama ist noch da. Leiden, sterben, Traurigkeit, Wut, Lachen.
Ja, wir schleppen es nicht mehr als Rucksack mit uns mit. Und Menschen sind nicht mehr so reaktiv drauf. Was ich merke ist, wenn da dann gestorben wird zum Beispiel, sind Menschen viel mehr in der Lage, bei der Sterbenden zu sein und seine Interessen.
Wenn da Konflikte aufkommen in der Familie, sind Menschen viel mehr in der Lage, sich nicht zu verstricken in das Konflikt. Auch das. Kreativer.
Menschen werden echt kreativer, um die Vorgaben loszulassen und zu schauen, was steht jetzt eigentlich an. Was merke ich, dass es ansteht. An die andere Seite, also Menschen, die zum ersten Mal kommen, sehr viele Menschen sind überrascht, über wie frei sie sein können.
Und sagen dann im Nachhinein, wenn du mir das gesagt hättest, dass das möglich ist, dass ich mich so frei fühlen kann, das hätte ich nicht geglaubt. Wie beschreiben Sie diese Freiheit? Was heißt das genau? Worüber sprechen Sie dann? Was erzählen Sie aus dem Alltag? Aber ich habe es nie bewusst wahrgenommen. Das war ganz oft da, aber ich war nicht da, um es zu erleben.
Ein anderer Aspekt ist eine Freundlichkeit, dass sie merken, wir laufen alle mit Erinnerungen herum aus der Vergangenheit und da gibt es auch Sachen, die sind nicht richtig gelaufen. Und wir bauen dann ein Bild auf von diesen Personen, die da verantwortlich sind für das, was da passiert ist. Und wir können diese Personen dann nicht anders sehen als so.
Und jeder versteht, ja, die haben dann das Beste getan, was sie konnten. Und das können die meisten Menschen auch so verbalisieren. Papa, Mama, ich vergeb dich.
Aber tief im Inneren ist das, nein, das war total daneben und ich bin da schlecht behandelt worden. Ich bin da verletzt von dem, was da passiert ist. Und da ist dann noch eine offene Rechnung da und da ist dann ein Urteil da.
Und viele Menschen machen die Erfahrung, ich kann das erinnern, ohne diese Härte, ohne dieses Urteil, ohne diesen Vorwurf. Und da oft taut er dann was auf. Und heilt, heilt er was im Inneren.
Und ist dann der Vorwurf tatsächlich weg. In die Vergangenheit. Schwierig wird es dann, wenn du wieder in Kontakt bist und du merkst, dass das unterliegende Muster nicht weg ist und neue Wunden schlägt.
Dass du noch immer, wir hatten jetzt mit Weihnachten, ich war bei Kathis Familie, wir sitzen mit acht am Tisch und da sind zwei Kinder, ein Junge von 15 und ein Mädchen von 18. Und der Junge von 15 hat zweimal gesprochen in die drei, vier Stunden, dass wir am Tisch gesessen haben. Und zweimal ist er in dem ersten Satz, den er gesprochen hat, unterbrochen, abgebrochen von einer von den Erwachsenen.
Einmal von seiner Mutter und einmal vom Opa. Ich würde mich am liebsten hinter ihm stellen und die ganze Mannschaft einfach zwingen, diesem Jungen zuzuhören und es ihm unmöglich machen, diesen Jungen zu unterbrechen. Aber die Erfahrung, so gesagt, habe ich gemacht.
Die Erfahrung ist, damit ist das System auch nicht geholfen. Also suche ich subtiler, suche ich feiner. Wenn er über 20 Jahre im Retreat sitzt und er nimmt die schwersten Übergrifflichkeiten, die er erlebt hat und sitzt damit auf dem Kissen und bespricht das im Einzelgespräch und merkt irgendwann, meine Eltern konnten echt nicht anders.
Es gab keine Wahlmöglichkeit, um zu entscheiden, ob ich das mache oder nicht. Die waren einfach automatisch unterwegs da. Und da kann dann ein Verständnis entstehen, da kann eine Heilung stattfinden, da können sie irgendwann sitzen und einfach dankbar sein für diese Eltern, die noch immer die Miete bezahlt haben und die Wohnung und die Kinder endlos zum Sport und zu Musik gefahren haben und Geld mitgegeben haben und dann kommen sie wieder zurück und sie sitzen Weihnachten wieder an diesem Tisch zusammen und alles ist gut und die Eltern haben aber nicht gelernt, um nicht zu unterbrechen.
Und sie werden einfach wieder unterbrochen. Und was dann da sein kann, ist ein Bewusstsein von okay, die tausend Mal, dass sie vorher unterbrochen waren, darum geht es jetzt nicht und das Drama, was da aufsteigt, das brauche ich nicht zu futtern. Ich muss diese Situation jetzt handeln.
Und ich bin nicht mehr das verletzte Kind, sondern ich bin, wenn wir das dann nehmen, 15 plus 20, ich bin 35 und ich rede einfach fertig. Und Opa wird es dann wahrscheinlich nicht mehr sein. Aber Vater oder Mutter noch, ruhig ausreden lassen.
Oder vielleicht die Fähigkeit entwickeln, um wieder weiterzugehen mit dem, was du sagen willst, um das dann zu machen mit Entschuldigung, dass ich dich unterbreche. Und einfach weiterzumachen. Und irgendwann an die andere Seite klickt es dann, warte mal, ich habe dich gerade unterbrochen, ich würde gerne weiterreden.
Und irgendwann sind wir nicht mehr das verletzte Kind. Und auch dann bleibt es schwierig. Vielleicht innerlich nicht mehr so, aber du hast dann noch immer zu tun mit einem älteren Teil, der einfach jeden unterbricht.
Wenn es nicht jemand ist, der deutlich höher in der Hierarchie steht, wo sie sich unterordnen, die können einfach nicht anders. Das bewegt irgendwas. Wir sind in der Gesellschaft, da müssen wir doch sprechen.
Wieder ein langes Antwort. Ich versuche mich kurz zu fassen.
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