Die Buddha-Mama gibt es nicht – Meditation mitten im Familienchaos
Shownotes
Wie bleibt Meditation lebendig, wenn Kinder, Arbeit und Familienalltag gleichzeitig Aufmerksamkeit verlangen? Antje spricht mit Adriaan van Wagensveld über Meditation als Mutter, Überforderung, innere Ruhe – und darüber, warum die Vorstellung von der immer gelassenen „Buddha-Mama“ im wirklichen Leben nicht trägt.
Antje meditiert seit vielen Jahren und übt Vipassana mitten in einem intensiven Familien- und Berufsleben. In diesem Gespräch erzählt sie sehr konkret, was geschieht, wenn die Praxis nicht mehr etwas Zusätzliches ist, das auch noch erledigt werden muss, sondern Teil des alltäglichen Lebens wird.
Es geht um die vielen inneren „Ich muss“-Impulse, um Hilflosigkeit und Schreien, um Kinder, die nicht mitmachen, um ein gemeinsames Nervensystem in der Familie und um die Frage, ob Meditation tatsächlich gelassener macht.
Dabei entsteht ein anderes Bild von Praxis: nicht die perfekte Mutter, die nichts mehr aus der Ruhe bringt, sondern ein Mensch, der immer genauer wahrnimmt, was gerade geschieht – auch dann, wenn es unangenehm, chaotisch oder widersprüchlich ist.
Adriaan und Antje sprechen außerdem darüber, wie sich langjährige Meditation auf Partnerschaft und Familie auswirkt, warum Kinder manchmal überraschend unmittelbar auf die Praxis ihrer Eltern reagieren und was Thich Nhat Hanhs einfache Einladung zum langsamen Gehen damit zu tun hat.
Ein Gespräch über Vipassana, Meditation im Alltag, Elternschaft, Familie, Überforderung und die Möglichkeit, mitten darin wacher zu werden.
Adriaan van Wagensveld hat seit 2008 insgesamt 92 10-tägige und viele kürzere Vipassana-Retreats geleitet. Seit Mai 2020 leitet er zudem jeden Morgen eine Live-Online-Meditation an mit anschließender Fragen- und Antwortstunde. Er begleitet viele Menschen täglich in ihrer Praxis. Adriaan lebt Meditation seit 1983 und hat nach seiner Zeit als Novize bei Thich Nhat Hanh mehrere Jahre in Laienzentren in der Tradition von Thich Nhat Hanh verbracht.
🌱 Vipassana Retreats in Haus Tabor (Vallendar, bei Koblenz): https://vipassana-jetzt.com/vipassana-retreats/
🌱 Vipassana@Home - Online Kurse, Praxis & Gemeinschaft: https://vipassana-jetzt.com/online-angebote/
Transkript anzeigen
00:00:00: Meine Idealvorstellung wäre, dass ich ... die Buddha-Mama bin.
00:00:06: Die total entspannt durch den Alltag geht mit ihren Kindern und sich dann abends hinsetzt und ihre Weisheiten teilt.
00:00:15: Ich hab's wundertmal gesagt, freundlich versucht, spielerisch versucht.
00:00:19: Du machst jetzt einfach nicht mit und schreie ich!
00:00:22: Weil ich nicht mehr weiß, was ich machen
00:00:24: soll.".
00:00:24: Ich muss, ne?
00:00:26: Dann stehen die ganzen ... ... muss somit in so einer Pferde-Box.
00:00:32: Und die wollen alle aufs Rennfeld, ne?
00:00:36: Die stehen dann schon und schnaupen.
00:00:38: Wie kriegen wir alles in den Tag gebackt?
00:00:40: Wie kriegt ihr das hin, um täglich oder fast täglich zu sitzen?
00:00:45: Wir machen es halt einfach.
00:00:47: Also... Das ist halt... So wie fühlt sich auch nicht mehr so besonders an.
00:00:56: Man nimmt sich jetzt raus und macht was Besonderes, sondern es ist so wie auf Toilette gehen oder Zähne putzen.
00:01:02: Das gehört halt dazu.
00:01:03: Da sind ja auch die Kinder dabei.
00:01:07: Deswegen haben wir ein gemeinsames Nervensystem Und wenn einer ausschlägt dann merken das alle So dieses Gefühl dass da kleine Wesen sind, die einen irgendwie brauchen.
00:01:28: Also irgendwie ist das so.
00:01:30: Auf der einen Seite ist das schön und gibt dem Ganzen Sinn.
00:01:36: Und auf der anderen Seite ist es oft, macht's mich eng ... und strengt mich
00:01:43: an.".
00:01:46: Ja.
00:01:51: Das ist die ehrliche Antwort?
00:01:54: Lass uns mit den ehrlichen Antworten gehen!
00:02:01: Und gleichzeitig ein bisschen im Hinterkopf halten, dass deine zwei Söhne irgendwann erwachsen sind und sich das irgendwann angucken.
00:02:10: Ich mein Sie merken es
00:02:12: ja.
00:02:12: Also da brauch ich ja, ne?
00:02:14: Die merken das.
00:02:15: Ja, ich kann das nicht ... Ich bin oft angestrengt.
00:02:26: Was macht, dass du angestrent bist mit den Kindern?
00:02:32: Ich denke, mein hoher Anspruch an mich selbst und alles, dass ich oft konkrete Vorstellungen hab wie was zu laufen hat, stellenweise auch weiß, dass manchmal den Kindern gut tut so ein bisschen Struktur um bestimmte Dinge geregelt zu bekommen, aber da ist einfach auch viel ... Kontrollbedürfnis von meiner Seite steckt er dahinter.
00:03:03: Und da fließen natürlich die Kinder nicht immer mit und das macht es dann anstrengend.
00:03:11: Dann knirscht das manchmal so ein bisschen.
00:03:15: Wir sind jetzt ein paar Tage zusammen mal wieder.
00:03:19: Ja?
00:03:20: Ich genieße sehr, um bei dir in die Familie zu sein und mit den Jungs zu sein.
00:03:26: Die zwei Kleinen und der Großen.
00:03:29: Und dann auch das haarige Kind?
00:03:31: Und dann noch das haarigen Menschen.
00:03:33: Ja genau.
00:03:34: Genau, mal gucken ob er irgendwann durch ein Bild latscht oder mein kostbares Samt hier besabbert... Was ist deine ideale Vorstellung?
00:03:47: Wie hättest du es denn gerne?
00:03:49: Harmonisch!
00:03:56: Ja, eigentlich stimmt es auch nicht.
00:03:58: Eigentlich find ich's schön, wenns lebendig ist.
00:04:01: Wenn's auch mal ein bisschen ... lebendiger ist.
00:04:06: Also, ne?
00:04:07: Das darf ruhig auch mal zwischendrin ein bisschen lauter sein und wöbeliger.
00:04:11: Aber dann find ich das auch schön, weil's immer wieder vorbei ist zwischen drin.
00:04:16: Wo kommt dieses harmonisch her?
00:04:19: Bist du harmoniebedürftig oder?
00:04:22: Hm.
00:04:24: Ja, würd ich schon nennen.
00:04:27: Durst also.
00:04:28: Da ist so eine Sehnsucht nach.
00:04:29: Harmonie.
00:04:35: Also ich glaub auch, dass so nach Ästhetik.
00:04:37: und also für mich ist Harmonie hat auch was Ästhetisches irgendwie sowas.
00:04:43: Ja das fühl' ich mich einfach dann wohl ja.
00:04:48: Na das ist in der Wohnung gut gelungen?
00:04:52: Ja das können wir ganz gut Andreas und mich.
00:04:58: Und die Jungs sind auch auffällig schön.
00:05:09: Kannst du nochmal ein bisschen mehr ausmalen?
00:05:11: wie hättest du es denn gerne?
00:05:14: Wie stellst du dir diese Familie mit diesen zwei kleinen Söhnen und wie stellst Du dir das vor?
00:05:24: Also wenn ich ganz ehrlich bin, wenn du mich jetzt so fragst dann ist es ziemlich harmonisch.
00:05:31: Also genau.
00:05:33: Es ist glaube ich dann oft nur irgendwas anderes.
00:05:46: wollen in dem Moment also irgendwo anders hinwollen.
00:05:50: eigentlich haben wir hier keine riesigen unharmonischen Themen so in unserem Alltag, außer dass es Persönlichkeiten gibt.
00:05:59: Die aufeinander oder die miteinander leben und das ist halt manchmal einfach vier vielleicht sogar fünf mit Hund unterschiedliche Bedürfnisse gibt, die dann aufeinandersprallen.
00:06:11: Und dann setzt sich der durch, der am meisten Wille hat.
00:06:18: Manchmal schaffen wir es auch eine Regelung zu finden für alle gemeinsam.
00:06:25: Und manchmal wird dann halt dadurch das Bild von, wir sind alle immer zusammen und es ist totaler Quatsch.
00:06:34: Aber es ist im Hintergrund da.
00:06:37: Das meinte ich wahrscheinlich auch grad mit Harmonie.
00:06:39: Es kommt jetzt gerade erst so klarer in dem ich spreche drüber.
00:06:44: Genau ... wird das Bild dann... Also das Bild ist, dass alle zusammen sind?
00:06:54: dem Moment, wo ich's ausspreche, finde ich es schon total schräg.
00:06:57: Dass alle immer zusammen sind und in die gleiche Richtung fließen ... Aber jetzt, wo Ich das aussprechere, hab ich so ein Quatsch.
00:07:06: Das möchte ich gar nicht mit allen zusammen alles machen.
00:07:10: Aber irgendwie ist dieses Bild im Hintergrund da und wirkt manchmal und zieht so ein bisschen.
00:07:18: Und ich habe jetzt die Frage vergessen, aber es kommt trotzdem was.
00:07:26: Ich schaff das manchmal nicht so, mein Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug in den Alltag zu integrieren.
00:07:38: Es gibt halt schon Momente im Alltag, wo das sowieso so ist.
00:07:41: Wenn die ... es kommt jetzt auch wieder, wir hatten neun Wochen, wo ich fast nur die Kinder hier hatte.
00:07:47: Deswegen bin ich grad so ein bisschen gluck.
00:07:51: Aber dann gibt's schon Momen, wo da der Alltag hergibt?
00:07:58: Aber oft entsteht das Bedürfnis bei mir eher in den Momenten, wo alles so geballt ist.
00:08:03: Wo sowieso alle da sind.
00:08:05: Für mich ist das Wochenende mal stressiger als unter der Woche, wenn alle da und was wollen von mir.
00:08:13: Da schaff ich es manchmal nicht so gut zu sagen ... Ich bin jetzt mal ein Stündchen weg.
00:08:17: Das schaffe ich auch aber manchmal nicht.
00:08:19: Dann entsteht eine Enge und dann werde ich halt bisschen unangenehm.
00:08:27: Okay, und dein Auto-Saison wechselt mit die Schule vom Bundesland.
00:08:32: Deshalb hat er gerade neun Wochen Ferien.
00:08:35: Wir
00:08:36: waren eine Woche im Urlaub und den Rest waren wir einfach hier.
00:08:40: Und auch wenn der dann mal weg ist und so ... hab ich trotzdem immer so ... Ich tue mich schwer mit, wenn er geht.
00:08:48: Ich setz mich jetzt an Rechner und mach kurz auf.
00:08:51: Also, öffne mich irgendwie gedanklich für neue Ideen.
00:08:55: Wenn ich das Gefühl habe, er braucht was zu essen und müsste noch einkaufen ... Aber wenn ich weiß, da sind jetzt sechs Stunden, die Jungs in der Schule, dann ist das ganz anders für mich.
00:09:05: Dann tue ich mich leicht aufzumachen, um mich auf irgendwas zu fokussieren.
00:09:11: Und was passiert über diese neuen Wochen?
00:09:14: Wir sind hauptwegs der letzte Woche!
00:09:19: Was baut sich wie auf, was läuft da ab?
00:09:44: Das fängt somit mit.
00:09:45: ich muss an.
00:09:49: Ich muss dies, ich muss jenes ... Ich muss da sein und zur Verfügung stehen.
00:10:02: Die ganze Zeit merke ich jetzt auch in dem Moment, wo ich es ausspreche, dieses von mir gedachte ich muss also schon allein ich muss ist ja Naja, aber das ist nun mal da.
00:10:16: Also dieses Gedachte ich muss zur Verfügung stehen Das impliziert für mich keinen also wenig Raum um mich rauszunehmen und dass es einfach eins meiner Grundbedürfnisse Und was dann oft noch der Falle ist Dass sich dann Wenn nicht wenn ich nur mit den Kindern bin Dass mir dann tiefer austauscht fühlt.
00:10:38: das ist für mich etwas ganz wichtiges dass ich mich zwischendrin auf Augenhöhe unterhalten kann und so ein bisschen in die Tiefe tauchen kann, dann fühle ich mich genähert.
00:10:50: Wenn ich da nur hier bin ... Man mal gelingt es mir mit Freundinnen oder den Kindern und dann entsteht sowas mal.
00:11:00: Aber das erzeugt eine Enge einfach in mir.
00:11:05: Ich erzähl mir vorher schon, dass meine Bedürfnisse nicht gestillt bekommen.
00:11:11: Oder dass ich sie nicht ... erfüllen kann.
00:11:21: Und ich erzähle mir auch, dass ich dann für alles verantwortlich bin.
00:11:27: Bin ja auch ein Stück weit und dann ist das so ... So'n Alltags!
00:11:33: Also... Ich bin dann total frustriert von Einkaufen kochen immer so das Gleiche irgendwie und eigentlich würde ich gerne ein bisschen was anderes machen und bin dann so weg von.
00:11:46: worum geht's eigentlich?
00:11:47: Und ich vergesse auch daran erinnert mich Andreas dann immer, aber das will ich auch nicht so gerne hören.
00:11:55: Ich vergesse dann dass es wieder anders wird wenn ich in diesem Strom drin bin.
00:12:05: Dein Mann Andreas arbeitet an Haus.
00:12:08: Wir sind in einem Hof, ein Resthof und Andreas Eltern wohnen hier auch auf dem Hof.
00:12:16: Sein Schwester wohnt ja auf dem Hof und in einem Nebengebäude ist die ...
00:12:20: Haben wir unsere Praxis?
00:12:21: Die Physiotherapiepraxis, Jogastudio- und Atletiksportpraxis Laufaard im Glandorf.
00:12:35: Jetzt würde ich noch gerne was ergänzen.
00:12:37: Das fällt mir jetzt gerade auf, weil das ist ja so ... Meine Arbeit besteht daraus.
00:12:42: Also meine Arbeit in Anführungszeichen ist ja das Yoga-Unterrichten und deswegen entsteht auch ein bisschen Druck in den Ferien, weil dass Yoga unterrichten läuft weiter.
00:12:58: Und wenn ich den ganzen Tag meinen Fokus bei den Kindern habe Dann hab ich den ganzen Tag so viel schon gegeben gemacht.
00:13:09: Und dann ist das eigentlich nicht meine Zeit, mich abends noch mal zu sammeln und zur Bündnis strengt mich extrem an.
00:13:18: Wenn ich vorher die Kinder ein paar Stunden in der Schule hatte, also im Alltag ... Dann ist es leichter für mich, dass mich hinzusetzen.
00:13:29: also hinzusetzen, da zu sein wobei das gelingt auch.
00:13:32: aber es ist einfach ein bisschen anstrengender wenn den ganzen tag vorher programmbar dann so einmal um zu switchen.
00:13:40: Du hast ein paar mal gesagt dann erzähle ich mir oder ich finde das sehr schönes perspektiv um wahrzunehmen was bin ich besser?
00:13:49: Was erzähl ich mich eigentlich?
00:13:50: Das
00:13:51: sehen wir ziemlich viel.
00:13:53: Was isst dein Ange ist sechs Wochen und jetzt neun Wochen in Schulferien und das Leben geht weiter.
00:14:03: Was ist da die Erzählung?
00:14:04: Was prägst du dich da ein, was sagt der Nieren dir da?
00:14:10: Hab ich das nicht.
00:14:12: Ja aber wenn du auszoomst mit einer gewissen Distanz rauf schaust ... Was erzählst du Dich?
00:14:31: Also Du meinst jetzt schon auch speziell das, was den Druck auslöst oder?
00:14:35: Genau!
00:14:35: Und wie entsteht dann die Drück?
00:14:37: Das wäre die nächste Frage.
00:14:41: Es ist ja nicht nur das.
00:14:42: Ich kann den Fokus auf das eine oder andere lenken, aber ich bin jetzt auch mehr bei diesem Fokus, wo entsteht der Druck.
00:14:51: Ja, ich erzähle mir, dass die Tage voll sind und ... Dass die Tage zu voll sind, um abends dann ... das geben zu können, was ich möchte?
00:15:09: Also wenn ich in der Yoga-Klasse sitze, nicht genügend Raum hab, um mich so zu sammeln.
00:15:16: Äh ... Um Themen oder ja, um bestimmte Themen dann da zu transportieren?
00:15:30: Also mein Fokus ist also ich liebe halt eigentlich total was ich tue und ich würde noch gern mehr davon machen und das auch ein bisschen mehr ausbreiten Und ich erzähl mir dass meine Kinder quasi und meinen Alltag wenn die da sind mich daran hindern.
00:15:51: Es war schon mal viel intensiver, ich erzähle es mir trotzdem noch auf einer Ebene.
00:16:00: Mach aber dennoch immer wieder die Erfahrung, dass wenn ich mich immer mehr in meinen Yoga-Klassen sitze oder genau ... Dass dann ich doch relativ schnell umswitschen kann und einfach auch was ich merke, was am besten ankommt lustigerweise ist.
00:16:25: Was heißt lustigerweise?
00:16:26: Klarerweise eigentlich dass wenn ich ehrlich und offen aus meinem bewegten Alltag teile oder auch eben mal drüber spreche wie sehr mich das fordert Wie sehr ich das dann aber auch genieße mich dahin zu setzen und mit den Menschen da zu sein.
00:16:51: Ja es merk ich eigentlich immer wieder
00:16:55: Ist Yoga für dich etwas neben den Alltag eine andere Wirklichkeit oder ist Yoga der Alltag?
00:17:04: Das ist übrigens mein ... Da hast du jetzt was getroffen.
00:17:11: Genau, das ist der Anspruch, den ich gern verkörpern möchte, verwirklichen möchte, dass ich das lebe und In meinem Alltag lebe eins zu eins diese Stille und dieses Bewusstsein.
00:17:32: Für mich ist Yoga schon fast ein bisschen eng, weil das nicht mehr nur Yoga.
00:17:39: Meine Idealvorstellung wäre, dass ich die Buddha-Mama bin ... Die total entspannt durch den Alltag geht mit ihren Kindern und sich abends hinsetzt und ihre Weisheiten teilt.
00:17:54: Ähm ... Das ist eigentlich meine Ideal.
00:18:02: Und da, also das ist auch das, wo ich oft so hadere mit der Praxis, weil ich denke, warum gelingt mir das denn nicht mal endlich?
00:18:13: Da kommt mein Ungeduld!
00:18:15: Was ist denn da
00:18:15: los?!
00:18:16: Und da wühle ich halt rum in diesem, was hält mich davon ab?
00:18:21: und warum gucke ich mir immer wieder dabei zu wie es entgleitet.
00:18:28: Okay, und was ist da los?
00:18:31: Was siehst du da?
00:18:32: Na ja, da sehe ich wirklich Ahnen-Themen.
00:18:38: Die in den Zellen gespeichert sind und durch mich ... Ich sage schon so lange und möchte das nicht mehr sagen.
00:18:45: Ich spreche jetzt noch mal aus.
00:18:47: Also, ich beobachte mich oft dabei wie im Alltag mit meinen Kindern.
00:18:52: Jetzt wird es eng.
00:18:54: Jetzt kommt eine Hilflosigkeit in mir auf.
00:18:57: Und dann handelt ... Es fühlt sich wirklich an!
00:19:01: Als würde ich, also ich bin gar nicht mehr richtig da.
00:19:07: Ich schaue mir dabei zu wie etwas durch mich hindurch handelt was ich fürchterlich finde.
00:19:13: Also ich merke das schon bevor es anfängt und ich finde diesen ... Da knackig so dran, ich würde das gerne in dem Moment eigentlich gern Knöpfchen drücken, nee jetzt nicht.
00:19:26: Das würde ich gerne kontrollieren.
00:19:28: Das würd' ich gerne nicht mehr machen, dann würde ich lieber liebevoll Respektvoll mir selbst und den Kindern gegenüberbleiben oder mein Mann.
00:19:38: Ich habe das jetzt eher mit den Kindern für mich als Thema, da ist es wie als würde etwas durch mich hindurch handeln und sprechen.
00:19:48: Da kommt dann noch eine Instanz dazu.
00:19:51: Das ist die Kritikerin und die macht's nicht noch besser.
00:19:55: Dann stehe ich danach da.
00:19:57: Dann ist die Aufrichtung weg Und dann ist da ziemlich viel Schuld.
00:20:06: Dann geht auch so das Gedankenkarussell los, warum?
00:20:10: Da könnte ich jetzt wieder noch ganz viel erzählen über die Frage, weil die Frage warum ... Die löst nur Karuselle aus dem Kopf, auf die Frage Warum brauche ich in meinem Kopf gar nicht eingehen.
00:20:23: Weil dann ist das Theater eröffnet da oben.
00:20:27: Das ist totaler Quatsch!
00:20:28: Wenn wir die Frage was nehmen, also was ist dieses etwas?
00:20:33: Wie erklärst du dir das, wie benennst du das?
00:20:36: Was denkst du, dass es ist.
00:20:40: Also in erster Linie ist es eine Unfähigkeit mit Hilflosigkeit umzugehen, mit dem Gefühl Hilflossigkeit.
00:20:52: Aber der Bus kommt jetzt und du hast deine Strümpfe noch nicht an ... Und was soll ich denn jetzt machen?
00:20:58: Du hörst nicht auf mich!
00:20:59: Ich hab's hundertmal gesagt, freundlich versucht oder spielerisch versucht.
00:21:03: Du machst jetzt einfach nicht mit und dann schrei ich.
00:21:06: Ich weiß, was ich machen soll.
00:21:09: Ähm ... Ich hab auch schon versucht mit Strümpfen dann ... Ohne Strümpfe und so, aber weiß nicht, war auch nicht.
00:21:16: Also es ist die Hilflosigkeit.
00:21:19: Ja, genau.
00:21:22: Äh ... Die Hilflossigkeit?
00:21:25: Und ja, dann folgt so eine Reaktion da drauf.
00:21:36: Dann kommt irgendwie noch ne Handlungsunfähigkeit dazu.
00:21:41: Das spreche ich jetzt zum ersten Mal aus!
00:21:44: Da ist immer so viel, ne?
00:21:46: Also ich seh da so viel.
00:21:47: Das ist auch manchmal echt anstrengend.
00:21:49: Es ist alles da also so klar.
00:21:51: Das empfinde ich manchmal auch echt als anstregend.
00:21:55: Genau, also Hilflosigkeit und dann kommt diese ... Irgendwas tritt dann zurück oder ähm ... Ist das eine Lähmung?
00:22:08: Nee, weil ich schra- ... Dann werd' ich ja ungemütlich irgendwie
00:22:13: Ja Und wo kommt es her?
00:22:23: Ich sage ungern ... Äh ... aus meiner Kindheit.
00:22:33: Weil ich bin mir da nicht ganz sicher, weil das ist immer so leicht gesagt ja bei meine Mutter dass vielleicht so gemacht hat oder deren Mutter schon mit ihr aber irgendwas ist da schon dran.
00:22:42: also das ist was aber ich will.
00:22:44: ich möchte keine Schuld verteilen es möchte ich nicht und dennoch ist es so dass sich das Ich und meine Mama ich weiß das ja auch Aus Erzählungen Meine meine ganze unsere ganze die ganze Reihe dahinter, dass irgendwie einen noch viel größeren Ausmaß schon erfahren hat.
00:23:07: Und dann natürlich das Gefühl von Hilflosigkeit durch ... Also nicht nur... Es stimmt nicht, dass meine Mutter die ganze Zeit nur in irgendeiner Form eng mit mir war.
00:23:22: Ich hab ja einfach auch ein paar andere Dinge in meiner Kindheit erlebt, die mich hilflos haben sein lassen.
00:23:28: Viel zu früh!
00:23:30: und nicht nur ich, sondern eben auch meine Mutter.
00:23:33: Und auch meine Oma und meine Ur-Oma die ich ja noch kannte und weiß da war Krieg, da war Gefangenschaft.
00:23:42: Jetzt kriege ich gerade als sicheres Zeichen wenn ich drüber spreche Gänsehaut und dann weiß ich das ist so.
00:23:48: also das bin nicht nur Ich in dieser Inkarnation jetzt hier wie ich sitze Sondern da trage ich was in mir und es greift durch mich hindurch.
00:24:01: Und dennoch hab ich den Anspruch, dass sich das auflösen kann.
00:24:04: Das möchte ich auch gerne in diesem Leben ... Den Anspruch habe ich einfach!
00:24:10: Tignatana hat immer wieder gesagt, dass wir unsere Eltern und Großeltern in uns heilen können?
00:24:16: Genau, genau so sehe ich das auch.
00:24:18: Ja.
00:24:20: Ich hab auch ein bisschen das Gefühl, dass es meine Aufgabe ist.
00:24:23: Und ich glaube auch, es ist noch nicht zu spät.
00:24:29: Also mit den Jungs jetzt mein ich.
00:24:33: Weil sonst wäre es nicht so ein Riesenthema für mich.
00:24:36: Ich glaub immer, die Themen wo wir am meisten mit uns ringen und anecken und wo der tiefste Schmerz sitzt das da die größte Befreiung und die größtetiefste Heilung Und vielleicht auch die größten Aufgabe liegt.
00:24:51: Das ist so mein.
00:24:53: Deswegen bleibe ich im Leid.
00:24:57: Also deswegen ja ich hätte ja auch in vielen Situation einfach auch schon mal sagen können jetzt ne habe ich ja früher auch gemacht, ich bin jetzt raus.
00:25:04: Ich gehe jetzt und mache woanders weiter aber dann kommt das gleiche ja wieder.
00:25:07: also deswegen bleibe ich mal lieber und gucke mir das in der Tiefe an.
00:25:12: da hab' ich richtig Bock
00:25:13: drauf.
00:25:14: du kannst das Schulbus von hier sehen.
00:25:16: ne
00:25:16: was kann ich
00:25:17: sehen?
00:25:17: Das Schulbus?
00:25:20: Also dein Sohn zögert und ist zu spät, um Richtung Schubes zu gehen.
00:25:25: Und du hast versucht ihm mit unterschiedlichen Methoden in Bewegung zu bringen... ...und du merkst wir kommen zu späht.
00:25:35: Wie kommst Du von dort Richtung schreien?
00:25:39: Was läuft da ab?
00:25:43: Noch mal konkret die Frage bitte.
00:25:45: Weil ich meine, da haben wir gerade drüber gesprochen.
00:25:48: Wo genau wird es hin?
00:25:52: Was läuft in dir ab, dass du dann anfängst zu schreien?
00:25:59: Na ja.
00:26:00: Ich denke ... wir schaffen das nicht.
00:26:03: Genau!
00:26:04: Das ist auch so ein Satz.
00:26:05: ich schaffte es nicht.
00:26:06: Ja.
00:26:06: Genau.
00:26:07: Das is auch so'n Satz.
00:26:12: Und die ... Wahrscheinlich auch so die Vorstellung was passiert denn mit ihm in der Schule?
00:26:22: Also ich kann den natürlich noch mit dem Auto bringen oder so.
00:26:25: Aber's möchte ich auch ehrlicherweise nicht anfangen.
00:26:27: Also, das kann ich schon mal machen.
00:26:29: Aber ... Ich glaub, Joa ist auch so, wenn er das mal werkt, dann ist ja auch bequem, ne?
00:26:36: Genau.
00:26:38: Aber was ich jetzt nicht machen könnte, ist ach guck mal der kommt der Bus und dann ist es zu spät.
00:26:43: Das wär zu späht!
00:26:44: Dann ... sei denn er nimmt alles in die Hand und rennt da schnell hin.
00:26:49: Ja.
00:26:49: Mhm.
00:26:52: Aber da ist ... genau wir schaffen das jetzt oder wir schaffen das jetzt nicht.
00:27:00: Du hattest vorher was Neues
00:27:02: Mhm.
00:27:03: Gefunden?
00:27:04: Weißt du noch, was es ist?
00:27:06: Vorhin ... Ja, warte.
00:27:08: Was war das?
00:27:11: Ah!
00:27:13: Sagst du's mir nochmal?
00:27:14: Nee, ich bin euch nicht.
00:27:16: Aber ich hab's jetzt... Was war dass denn?
00:27:20: Also, du weißt ihn diese Hilflosigkeit?
00:27:21: Hilfloseigkeit, genau.
00:27:28: Das Schöne ist, wir haben's aufgenommen.
00:27:30: Du kannst auch noch mal
00:27:31: zurück.
00:27:31: Ja, aber ich hab' es jetzt nicht ver-.
00:27:32: also, ich glaub', das ... weil ich würd da jetzt gerne auch noch weiter reingehen.
00:27:37: Ich krieg's jetzt grad ... Ich krieg's grad jetzt vom Kopf her nicht hin, was es war.
00:27:44: Hilflosigkeit?
00:27:50: Ah ja und ich kann dann nicht ... oder irgendwas hört auf!
00:27:54: Was hab' ich gesagt?
00:27:55: Ich kann da nicht weiter.
00:28:04: Sind's jetzt keine Gedanken da?
00:28:05: Nee
00:28:05: genau, ist leer.
00:28:07: Ist leer ne?
00:28:08: Ja.
00:28:08: Ich genieße diese Lehre.
00:28:17: Weg
00:28:29: Und das kann dann dauern.
00:28:31: Also einfach nix da?
00:28:33: Ja Habe ich auch oft in letzter Zeit, dass sich Sachen vergesse.
00:28:40: Da sind manchmal so viele Termine und Zeug, wenn alles passiert mir immer öfter in letzter Zeit nicht vergesst.
00:28:46: Es wäre früher nie passiert, dass ich irgendwie einen kieferorthopäden Termin vergessen hätte oder so von den Kindern.
00:28:52: Vergess es dann einfach weg?
00:28:58: Dann rufe ich an und sage, das tut mir leid, ich habe keine Entschuldigung, ich hab's einfach vergessen!
00:29:03: Ich brauch neun Termine, das hätt' ich früher auch nicht gemacht.
00:29:07: Da hätte ich mir irgendeine Ausrede einfallen
00:29:09: lassen.".
00:29:15: Ist aus der Weg Richtung Ehrlichkeit?
00:29:19: Ich glaube, ja.
00:29:22: Es tut gut!
00:29:28: Ist das vielleicht auch ein Weg aus dieser engen... Aus diese ganze Stress raus?
00:29:33: Um ehrlich zu sein?
00:29:42: Ja, also so die Überforderung zu zeigen und das mache ich auch manchmal aber dann fließen bei mir ganz schnell die Tränen und weil ich das von meiner Mama kenne möchte ich meine Kinder so umgerannt damit belasten Zum Beispiel mein Moritz, der ist dann immer sofort als Tröster zur Stelle.
00:30:07: Und also ich kann das ein Stück weit annehmen.
00:30:11: aber ich sage dann immer dazu... Ich finde es schön dass du mich in Arm nimmst, aber nicht deine Aufgabe mich zu trösten.
00:30:19: Also eigentlich bin ich für dich da.
00:30:22: Ja weil ich das nicht möchte, dass er das Gefühl hat, er muss das oder?
00:30:28: Ich find es schön, dass er das sieht und ich merk ja, dass das von Herzen kommt.
00:30:31: Er sagt dann wirklich auch, ach Mama, komm mal her.
00:30:34: Nimmt mich so in den Arm ne?
00:30:36: Ja ... Ich flüster ihm immer ins Ohr als ist nicht meine Aufgabe, mich zu trösten.
00:30:44: Ich hab dich lieb!
00:30:50: Und ich möchte nicht, dass die Kinder was machen weil ich wegen meiner Emotionen zu minimieren oder ... Das möcht ich nicht.
00:31:13: Aber gleichzeitig habe ich schon gemerkt wenn sie dann mal merken, also das ist zum Beispiel Joa.
00:31:19: Wenn er mal merkt was es wirklich mit mir macht, dass ich hundertmal etwas sage und da kommt gar keine Reaktion, dass er wie so ein Moment hat ... Also wie so eine Wache, ne?
00:31:31: Also wenn ich auf einmal anfange zu weinen weil ich nicht mehr schreien kann irgendwie, dass der dann so okay, dass ja wie so einen Wachheitsmoment bekommt vielleicht auch doch irgendwie Irgendwas macht das mit ihm.
00:31:51: Und es geht für einfach.
00:31:54: die Sorge dahinter, mich so nicht zu zeigen ist ja ... Ich möchte keine Schuld verteilen irgendwie also dass sie sich schuldig fühlen und weiß gar nicht.
00:32:09: Es sind viele Themen, die sich da gerade aufwächern weil da so viel da ist.
00:32:16: Du hast vorher im Bild benutzt was der willensstärkste setzt sich durch?
00:32:23: Ja, manchmal ist das so.
00:32:24: Und wenn ich eure Familie hab ja... Das kommen von die Kinder eine Nacht im Anderen und kennen euch als Paar.
00:32:35: Kennen euch beide aus Retreats.
00:32:40: Ich empfinde dieses ganze Gebilde bei euch als sehr willensstärk, stark, sehr unterschiedlich wie die Wille ausgeprägt ist.
00:32:57: Gibt's da wirklich ein Schwächern?
00:33:00: Ja, das ist die Frage.
00:33:02: Dass es immer so'n ... Das ist immer ein leichtes Spannungsfeld, würde ich sagen.
00:33:12: Also ne?
00:33:21: Nee, ja, manchmal gibt's vielleicht jemanden der nachgibt und so ein bisschen schwächer isst.
00:33:26: Aber nee, schwach ist nicht das richtige Wort dann wahrscheinlich.
00:33:31: Es ist schon immer so ein großes Spannungsheld irgendwie.
00:33:42: Was aber ... Ja, ist ein Spannungen-Keld.
00:33:50: Ich hab jetzt so ein Bild vor Augen, wie einen Tuch mit vier Ecken.
00:33:55: An jeder Ecke sitzt jemand und zieht so ein bisschen, weil er was braucht.
00:34:00: Manchmal zieht sich das Tuch in die eine Richtung und mal in die andere Richtung.
00:34:08: Letztendlich ist es Lebendigkeit, Bewegung ... Und manchmal ist einer vielleicht ... Schwächer im Sinne von, ich komme jetzt gerade aus der Schule und kann nicht mehr oder ich komm jetzt grad von der Arbeit.
00:34:31: Und gibt danach ... Ich hab einen ganzen Tag mich um euch gekümmert.
00:34:38: Das ist so... Dann lässt einer mal ein bisschen los.
00:34:41: Die anderen ziehen ihn mit.
00:34:43: Das Bild habe ich grade.
00:34:49: In das Gebilde ist die Mutter des Nervensystems für Familie.
00:34:54: Ist das noch immer ein passendes Bild für dich?
00:34:58: Nein, es sind alle.
00:35:04: Ich hatte jetzt auch gerade ums Bild zu vervollständigen ... Ich hab mich gefragt, was passiert denn eigentlich, wenn einer loslässt, weil er nicht mehr kann und dann ist es oft so, dass einer rübergreift zum freien Zipfel und den noch mitteilt.
00:35:20: Das finde ich, ist ein ganz schönes Bild.
00:35:26: Und mit die Mutter ist das Nervensystem der Familie.
00:35:34: Das ist wahrscheinlich auch eine sehr egoistische Betrachtungsweise, weiß ich nicht.
00:35:40: Aber sehr von meinem Standpunkt aus betrachtet, weil wir ja alle miteinander verbunden sind irgendwie auch und ... Ich bilde mir ein, viel zu fühlen auch von den anderen und sehr viel wahrzunehmen heißt aber nicht dass die Anderen mich auch fühlen.
00:36:05: was Auch Andreas, der ist ja hoch sensibel und nimmt alles wahr.
00:36:12: Er hat einfach andere Strategien damit umzugehen.
00:36:18: Deswegen haben wir ein gemeinsames Nervensystem.
00:36:24: Und wenn einer ausschlägt, dann merken das alle.
00:36:29: Das ist mir auch sehr bewusst, dass Kinder, Hund, Partner, alle die da sind oft auch Spiegel sind.
00:36:40: Wir haben vor ein paar Jahren gesprochen, ein Gespräch aufgenommen.
00:36:45: Was hat sich seitdem entwickelt für dich?
00:37:35: zu zeigen, nicht immer aber öfter.
00:37:49: Jetzt bin ich wieder leer grad.
00:37:57: Welche Entwicklung siehst du die letzten Jahre?
00:38:06: Also bei mir jetzt.
00:38:08: Die noch mal die Fähigkeit mich mit meinem ... Ich hätte es fast gesagt scheiß!
00:38:17: Mit meinem Leid, ich nenn's jetzt mal Leid so ein Stück weit rauszu, also auf einer Seite sage ich zeig' mich mehr, aber auf der anderen Seite habe ich auch mehr gelernt, das zu mir zu nehmen und das bei mir zu lassen.
00:38:34: Also mich dann zurückzuziehen wenn ich den Raum hab' und es mit mir so ein Stück weit... also nicht zu sehr... Ich hab jetzt gerade den Eindruck, dass ich wieder widerspreche.
00:38:48: mir weil ich ja gerade sagen vorhin erzählt habe, dass eben diese Momente sind wo ich so durch mich hindurch handle wo ich beobachte, wie etwas durch mich hindurchhandelt und ich das nicht im Griff habe.
00:39:02: Dennoch hab' ich das Gefühl dass sich viel auch mit mir selber also viel bei mir halten kann mehr Leid bei mir halten kann und mich da... Also ein Stück von der riesigen Bedürftigkeit, dass ich von außen jemandem oder etwas brauche, das mich hält und tröstet ist.
00:39:25: Ich kann mich zurückziehen, ich kann weinen.
00:39:27: Dann kann ich zurückkehren in den Alltag und weitermachen.
00:39:32: Und diese Schwere, die ich da in mir trage ... nicht so total krass auf die anderen projizieren oder verantwortlich machen.
00:39:51: Also ein bisschen mehr Selbstbestimmtheit im Sinne von ... Ja, ich kam mich da.
00:40:03: halten.
00:40:05: Und trotzdem ist noch dieses Bedürfnis da
00:40:09: und es ist ja auch was Menschliches,
00:40:11: also sich auszutauschen gehalten zu sein und gefragt zu werden wie es einem geht und so.
00:40:27: Wir sitzen... Also ich sitze jeden Tag morgens um sechs für eine geführte Meditation und dem anschluss eine Stunde zum Sprechern.
00:40:38: Sowohl du als Andreas, ihr seid vom Anfang an dabei.
00:40:45: Und die erste Jahre habe ich da fast jeden Tag eine von euch beide mit einem Kind instille Meditieren gesehen und über die Jahren habe ich gesehen wie sich das so entwickelt.
00:41:01: Euer jungster Sohn ist wesentlich unruhiger als Moritz.
00:41:07: Und da sehe ich dann ein Kind über den Vater rumklettern und an ihm rumziehen, und vor Kurzem ist er auch noch einen ziemlich jungen Hund dazugekommen.
00:41:19: Trotzdem sitzt der Andreas da.
00:41:23: Und trotzdem sitzt du da oder du liegst oben in dein Zimmer oder du bist Frühstückermachen in der Küche Und das Leben geht weiter.
00:41:31: Wie ist es, um mit Kindern täglich zu meditieren?
00:41:35: Und dann auch noch ein Business zu haben und ... eigentlich ständig am Ringen zu sein, wie kriegen wir alles in den Tag gebackt?
00:41:45: Wie kriegt ihr das hin, um täglich oder fast täglich zur Sitzung?
00:41:50: Wir machen's halt einfach.
00:41:52: Also ... Das ist halt so wie ... fühl ich sich nicht mehr so ... Besonders an, also wie irgendwas man nennt sich jetzt raus und macht was besonderes oder so.
00:42:04: Sondern es ist so wie auf Toilette gehen oder Zähne putzen.
00:42:07: das gehört halt dazu da sind ja auch die Kinder dabei Ja und es ist halt einfach.
00:42:15: Also ich für mich kann sagen Ich habe dann auch gelernt den Anspruch auszunehmen dass es ganz still sein muss Und dass es immer eine Wahnsinnserfahrung sein muss sondern Es geht hier letztendlich auch darum den Tag in Ruhe zu starten und nicht sofort, was weiß ich ... an Herd zu rennen und Essen zu machen.
00:42:39: Und sich um die anderen zu kümmern, sondern es geht ja darum den Tag in Ruhr zu starte.
00:42:44: Das machen wir trotzdem auch wenn einer über uns drüberläuft.
00:42:50: Wenn im Hintergrund schon bei mir drängt, was kommt denn in die Brotbox?
00:42:56: Was wird denn heute Frühstück gemacht?
00:42:58: Es geht ja auch darum das zu merken.
00:43:00: dann also Ah, das klopft alles schon an und steht in den Startlöchern.
00:43:06: Und auch zu merken ... Puh!
00:43:08: Heute ist es richtig dolle.
00:43:10: Ich komme gar nicht zur Ruhe.
00:43:11: Eigentlich könnte ich jetzt noch ein bisschen sitzen bleiben.
00:43:17: Dass es einfach unterschiedliche Tage gibt mit unterschiedlichen Energien in den Tag startet und dementsprechend der Tag wird.
00:43:29: Da braucht man sich nicht wundern nachher, wenn bestimmte Dinge ... Passieren oder nicht passieren, so.
00:43:37: Ja?
00:43:38: Ich hab jetzt auf deine Frage geantwortet ...
00:43:40: Ja ja!
00:43:41: Schön.
00:43:41: und wie gehst du um mit den Tagen, wo dein Kopf sagt ich habe kein Bock?
00:43:48: Kein Bock hab' ich nicht, das ist nicht so das Ding aber eher so...ich muss, ne?
00:43:54: Also dann stehen die ganzen, ich muss somit irgendwie in so einer Gans, hab ich wieder so ein Bild, so eine Pferde-Box Und die wollen alle aufs Rennfeld Die stehen dann schon und schnaupen.
00:44:06: Dann mach ich oft schon morgens, steh vielleicht auch ein bisschen früher auf.
00:44:15: Weil ich merke, der Druck wird zu groß ... Ich hab gelernt, ich muss nicht still sitzen bleiben.
00:44:22: Das ist totaler Quatsch!
00:44:24: Wenn da so eine Energie ist... Und ich habe manchmal echt viel Energie in mir.
00:44:30: und die will einfach bewegt werden, ja dann bewege ich mich halt.
00:44:33: Also dann beweg' ich mich auch in die Richtung, in die Energie schiebt ... Und dann ist es auch wieder gut.
00:44:40: Ja.
00:44:44: Und welcher Platz hat das jetzt in dein Leben?
00:44:47: Neben dieses Okay du kriegst jeden Morgen mit wie du gerade drauf bist was da so wirkt.
00:44:54: Was hat's uns mit deinem Leben gemacht?
00:44:59: Du meinst jetzt das Sitzen?
00:45:00: Das Sitzen!
00:45:06: Das ist jetzt schon so normal Ich kann das gar nicht mehr ... Ja, es bringt Ruhe rein und die Fähigkeit alles wahrzunehmen was im Hintergrund abläuft.
00:45:26: Meine Wahrnehmung ist so groß.
00:45:29: also nehmen allem was so im Alltag abläuft sind mir ich würde sagen fast alle weiß ich nicht aber so viele innere Prozesse gleichzeitig noch bewusst.
00:45:46: Und dann würde ich sogar sagen, dass die Fähigkeit das andere Wesen was noch im Raum ist wahrzunehmen auch noch größer geworden ist.
00:45:57: Ähm ... Ja und es passiert also, dass das Wahrnehmungsfeld großgeworden ist.
00:46:04: Mhm.
00:46:04: Ja.
00:46:06: Und?
00:46:06: Was bewirkt aus konkret in deinem Leben?
00:46:14: Dass sich ein bisschen versuche, dass ich versuche geschickter mit den galoppierenden Pferden ... so durch das Labyrinth des Alltags zu fließen.
00:46:35: Und manchmal fürchterlich scheitere dabei, aber auch das merk ich.
00:46:41: Manchmal gedenkt's mir richtig gut!
00:46:50: Ja danke für diese Einblicken.
00:46:55: Gibt es etwas was wir nicht besprochen haben, was du gerne thematisieren würdest?
00:47:12: Ja vielleicht einfach was mich noch so beschäftigt ist... Also eine Frage, die ich mir stelle.
00:47:20: Wo wir da waren ... Am Anfang schon mal bin ich wirklich zu meiner Lebensaufgabe dran und ist die Lebensaufgarbe klein?
00:47:39: Mit Klein meine ich auf Familie festgelegt.
00:47:45: oder ist die Aufgabe groß auf ... Das hängt alles miteinander zusammen.
00:47:54: Aber groß im Sinne von ... Auch über das, was ich tue mit meinen Wirken außerhalb der Familie.
00:48:12: Gleichzeitig merke ich auch, wenn ich es ausspreche ... Die Kinder, die wir hier entlassen, gehen ja in die große Welt und da ist wieder diese Trennung zwischen Alltag und Arbeit.
00:48:24: Eigentlich sind wir schon ganz nah dran oder zumindest für mich.
00:48:31: letztendlich auch nur für mich sprechen, dass das gar nicht so sehr getrennt ist voneinander.
00:48:39: Welche Rolle spielen deine Yogaschule oder deinen Yogaunterricht dabei?
00:48:44: Ja also eine große Rolle!
00:48:49: Ich hatte mal so eine Vision oder so ein Bild... Sie stellen mir manchmal vor, ich hatte es als Bild.
00:49:00: und zwar was wäre wohl wenn Alle Menschen, also die gerade oder ein Großteil sagen bei mal achtzig-fünfundachtzig Prozent auf der Welt.
00:49:13: Wenn es einen Moment gäbe wo sich alle Menschen verabreden und sich für den Moment hinstellen oder hinsetzen und von mir aus nur fünf Minuten oder vielleicht auch noch fünf Atemzüge gemeinsam nehmen was dann wohl passieren würde?
00:49:27: Das ist oft versucht.
00:49:30: Transidente Meditation, die haben oft diese Ambitionen mit möglichst vielen Menschen.
00:49:36: Es gibt stille Frieden und ... Was ist da deine Vermutung?
00:49:43: Oder was sind deine Erkenntnisse bis jetzt?
00:49:48: Also ich glaube das dieses Netz der Verbindung zwischen uns Menschen so stark fühlbar wäre in dem Moment.
00:49:58: Und auch die Verbindung zur Erde Wenn Menschen mitmachen würden, die so was noch nie gemacht haben, weiß gar nicht, ob sie das dann aushalten würden.
00:50:09: Ich glaube, es wäre ein sehr intensiver Moment und ein Moment von tiefer Verbundenheit einfach.
00:50:20: Von tiefer Verbundenheit mit allem.
00:50:23: Dieses Raus aus dem nur bei mir ... Es ist spürbar, dass wir alle miteinander ... Wie ich beim letzten Mal gesagt hab.
00:50:36: Die Mutter ist das Nervensystem der Familie und wir sind alle verknüpft.
00:50:41: dieses.
00:50:42: Dass wir fühlen, wenn's jemandem nicht gut geht.
00:50:44: Da kann sich keiner rausnehmen.
00:50:47: Und auch, dass die Erde uns spürt und das das Universum usw.
00:50:55: Ich erinnere mich aus meiner Jugend.
00:50:57: Der fünfte Mai ist die Befreiungstag von der Zweite Weltkrieg in den Niederlanden, und der vierte Mai abends ist das Gedenken vom Verstorbenen.
00:51:08: Und wir haben da ein paar Minuten Stille.
00:51:13: Das wird dann über Radio- und Fernsehe eingeleitet... in die Dünen irgendwo ein Zeremonie und da würde mit einem kleinen Horn ein paar Töne gesetzt.
00:51:29: Und ich erinnere mich, dass wir damals sogar das war Anfang des Siebzigerjahren, dass die Autos schnell an der Autobahn angehalten haben.
00:51:37: Also dass wir wirklich auf den Standstreifen von dem Autobahn gestanden haben und ein paar Minuten stillen.
00:51:46: Das ist alles Stillstand.
00:51:47: So Verkehr in der Stadt usw.. Das ist jetzt irgendwie weit weg.
00:51:54: Ich finde es schwierig, mich das vorzustellen.
00:51:56: von wie kriegen wir alle gleichzeitig in einen Moment ... Es verschwindet auch mit, weiß ich die WM-Finale mit Fußball.
00:52:06: Das schaut nicht mehr jeder.
00:52:07: Nee?
00:52:07: Ja, stimmt.
00:52:10: Und ... Es ist nicht mehr so wie früher, dass ein Großteil der Familien um acht Tagesschau geschaut haben.
00:52:20: Ist das um acht in Deutschland?
00:52:22: Weiß ich noch nicht.
00:52:25: Ich bin
00:52:25: um sechs, um sieben, um acht.
00:52:27: Das kommt da ständig, glaub ich.
00:52:29: Also nur Tagesschau?
00:52:30: Ich weiß es auch nicht.
00:52:32: In den Niedlernen war das Achtjöhresjournal ... Aber uns fehlt dieses alle Gemeinsameneinpunkt.
00:52:42: Alle Gemeinsammeneinstrangen.
00:52:46: Die Fantasie die ich da habe ist wenn irgendwann lebendvoll aus dem All kommt Und das Leben aus dem All sagt, wenn ihr nicht bevor diesen Datum dies oder das erledigt habt dann drücken wir auf der rote Knöpfchen.
00:53:08: So ein bisschen wie bei Awart haben alle unter den Baum sitzen und sich... Genau!
00:53:14: Das wär's auch ja Ja.
00:53:17: Und der Sehnsucht ist ja da, so ein Film wie Avatar ... Der ist ja nicht umsonst so angenommen.
00:53:33: Ja, der erste Satz, den ich vom Semaisetiklatan gehört habe, ist wenn wir alle lernen würden, langsam zu gehen, dann würde es keinen Krieg mehr geben und ich glaube das stimmt.
00:53:57: Was du thematisieren wolltest war aber was ist meine Bestimmung?
00:54:02: Ja,
00:54:04: vielleicht dass es auch eher.
00:54:06: Wie kann ich dazu beitragen, diese Vision umzusetzen?
00:54:11: Dann merke ich ganz schnell, dass es gar nicht so zu trennen ist.
00:54:15: Familie und Arbeit, wenn man Kinder in die Welt entlässt ... Die wissen, dass man auch mal ausatmen kann.
00:54:26: Und mal einatmen darf ohne was zu machen.
00:54:32: Dann bewirkt das ja was im Großen.
00:54:40: Wenn Menschen zu einem kommen, die das gerne ... erfahren wollen und erleben wollen, dann ist das ja das Gleiche.
00:54:51: Ist dir das genug?
00:54:52: Hm?
00:54:53: Ist dir dass genug?
00:54:56: Genug?
00:54:56: Ja!
00:54:58: Ich finde es ist eine ziemlich große Aufgabe.
00:55:07: Na dann bist du ja auf dem Weg.
00:55:09: Scheint so, ne?
00:55:12: Ja.
00:55:13: Ja gibt's noch ein bisschen was zu tun...
00:55:24: Ja danke Anja für die gemeinsame Zeit, für deine Offenheit.
00:55:28: Gerne.
00:55:30: Für unser nicht wissen für die Gedankenlehre, die Gedankenstille und dass ihnen das Nichtwissen hineinschauen.
00:55:53: Ich danke dir auch!
00:55:54: Dann gehen wir in den Alltag.
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