„Der Deckel meines Käfigs war Angst“ – Brigittes Geschichte

Shownotes

45 Jahre lang hat Brigitte gestottert. Sätze im Kopf umstellen, bestimmte Wörter vermeiden, beim Sprechen Anspannung und Angst erleben: Sie erzählt, wie viel Kraft sie das im Alltag gekostet hat. Wenn du selbst stotterst oder lange mit Stottern gelebt hast, kennst du vielleicht ähnliche Situationen. Auch Angehörigen gibt ihre Geschichte Einblick in das, was von außen oft unsichtbar bleibt.

Ein alltäglicher Einkauf macht die Belastung greifbar: Eigentlich wollte sie Gehacktes kaufen. Weil das Wort nicht herauskam, gab es Bratwurst. Was von außen wie eine kleine Begebenheit wirkt, war für sie mit Scham und dem Gefühl verbunden, sich nicht ausdrücken zu können.

Brigitte spricht über ihre Kindheit, ihre Erfahrungen mit Sprachtherapie, einen Burnout und ihren Weg in ein Retreat. Sie schildert eine intensive körperliche Erfahrung und sagt zugleich offen, dass sie nicht genau weiß, wann ihr Stottern aufhörte. Heute beschreibt sie mehr Freiheit, weniger inneren Druck und einen anderen Umgang mit ihren Gedanken.

Es geht um Stottern bei Erwachsenen, Angst und Stottern, körperliche Anspannung und darum, wie Brigitte ihren Körper und Atem im Alltag wahrnimmt. Ihre Geschichte ist ein persönlicher Erfahrungsbericht. Meditation wird hier nicht als Behandlung oder allgemeine Lösung für Stottern vorgestellt. Brigittes Erfahrung ist kein Heilungsversprechen und keine Empfehlung, Sprachtherapie oder medizinische Behandlung zu ersetzen.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Dann wollte ich gehacktes kaufen für die Familie.

00:00:03: Und dieses Gehackte, das war sofort hier fest und dann habe ich umgeschwenkt, dann gab es Bratwurst.

00:00:12: Das ist für außen vielleicht so kann man darüber schmunzeln aber wir haben liebsten im Boden versunken.

00:00:21: Stottern ist nicht frei sprechen können sich nicht äußern können, sich nicht ausdrücken können.

00:00:29: Menschen können sich sehr verändern Und ich wünsche Menschen, dass sie sich verändern.

00:00:39: Und was ist deine Erfahrung mit Veränderung?

00:00:43: Meine Erfahrung mit Änderungen ist... Das rührt mich sofort an.

00:00:56: Hier fast ein neues Leben.

00:01:00: Leichtigkeit, Freiheit und Offenheit die früher nicht möglich war.

00:01:12: Was ist das alte Leben?

00:01:14: Wo kommst du her?

00:01:22: Das alte Leben war ein Leben mit zwei Seiten.

00:01:37: Eine Brigitte, die fröhlich war und konnte beides nebeneinander da sein.

00:01:49: Aber auch eine Brigitte die fast in einem Käfig saß.

00:01:58: Und wie bist du in diesem Käfig gelandet?

00:02:01: In diesem Käfig bin ich gelandets... Als neunjährige, ich bin als neunjährige an eine offene Tuberkulose erkrankt.

00:02:13: Bin dann zuerst in einer Isolierstation im Kinderhospital gewesen alleine auf dem Zimmer einige Wochen und bin anschließend in eine Lungenhaltstätte gekommen der ich elf Monate war.

00:02:35: Das war zu einer Zeit, als man das Wort Kindersäle nicht kannte.

00:02:40: Und dort war es ganz wichtig keine Gefühle zu zeigen und nicht zu sagen wie es einem geht.

00:02:50: Es wurde uns richtig in Indoch trainiert.

00:02:55: Ich bin dann entlassen worden aus der Lungenheilstätte.

00:03:03: Also mein Großvater war kurz vorher verstorben, an dem ich sehr gehangen habe.

00:03:08: Und ich bin entlassen worden mit den Worten... Du darfst nicht traurig sein und auch niemand deine Trauer zeigen.

00:03:17: Denn du musst dich freuen weil du jetzt zu Hause bist oder nach Hause gehst.

00:03:21: So war das die ganzen elf Monate.

00:03:27: Dadurch habe ich lange Zeit die wahren Gefühle versteckt.

00:03:36: Wie hat sich das dann in die junge Frau Brigitte ausgedrückt?

00:03:48: Ich muss noch ganz kurz sagen, ich bin sechs Wochen nachdem ich aus der Lungenhaltstätte entlassen worden bin.

00:03:56: Hat man mir die Mandeln entfernt?

00:03:58: Bin ich nochmal im Krankenhaus gewesen weil ich untergewichtig war und man damals meinte, das lege ich an den zu großen Mandeln.

00:04:07: Und als sich dort aus der Narkose aufgewacht bin ... Ich weiß jetzt nicht, ob es mit der Norkose zusammenhängt oder mit dem Schock wieder wegzumüssen.

00:04:19: Dann hab' ich gestottert.

00:04:21: Das habe ich für unvierzig Jahre lang.

00:04:23: Dieses Stottern war der Käfig, so in dem ich gelebt hab'.

00:04:31: Und stottern gibt's denn unterschiedlich?

00:04:35: Ausprägungen?

00:04:36: Ja.

00:04:39: Mein Stottern war hörbar, aber nicht ... hat die Kommunikation mit anderen Menschen gestört.

00:04:47: Ich konnte mich trotzdem unterhalten.

00:04:50: Aber Sprache war ständig in meinem Kopf.

00:04:54: Sobald der Mund aufging, konnte ich schon spüren.

00:04:59: Ich krieg das nicht raus und hab dann ... ständig fortwährend die Sätze umgewandelt, und ich würde sagen heute das war eine Meisterleistung aber auch unheimlich kraftraubend.

00:05:16: Das hatte die Konsequenzen dass ich Diskussionen Streitigkeiten aus dem Buch gegangen bin insbesondere dann wenn es Menschen waren diese Rede gewann Und ich habe mich ganz häufig als schwach dadurch gesehen.

00:05:41: Aber wenn ich so auch in die Jahre zurückblicke, war ich im Grunde ganz stark.

00:05:47: Denn ich hab alles das was ich machen wollte, habe ich trotzdem gemacht.

00:05:52: Ich habs nie ausdiskutiert und ich habs hinten rum, ganz leise und aufbauend dann gemacht.

00:06:00: Hast du damals auch so gesehen dass du ganz stark warst?

00:06:03: Nein überhaupt nicht!

00:06:06: Was war dein Selbstverständnis, dein Selbstbild?

00:06:10: Mein Selbstbild.

00:06:11: Ich kann es gar nicht in Worten ausdrücken, ich würde sagen in Größe.

00:06:18: Dazu kam ... Es gab damals diesen Film ein Fisch namens Wanda und dort ist das ein ganz richtig blöder Film finde ich sexistisch und gewalttätig.

00:06:34: Aber da spielte auch ein Stotterer mit und der wurde als Idiot dargestellt.

00:06:40: Und ja, so hab ich mich häufig gefühlt.

00:06:53: Man wurde häufig nicht ernst genommen oder ich nicht.

00:07:01: Ich war ja nun auch relativ jung, als unsere Kinder kamen.

00:07:05: Zweiundzwanzig, vierundzwansich und sechsundzwannzig.

00:07:10: Und ich sah auch immer ein bisschen kindlich aus ... Und ich bin bei den Ärzten häufig nicht für ernst genommen worden.

00:07:22: Das hat mich schon getroffen.

00:07:33: Ich habe vieles nicht erzählen können, was ich gerne erzählt hätte und so mehr freue ich mich über meine Sprache und stimme jetzt.

00:07:54: Es war früher immer Sprache.

00:07:57: wie spreche ich?

00:07:58: wenn ich irgendwo hinging?

00:08:03: War immer Angst besetzt?

00:08:07: ist es weg.

00:08:09: Ich hab's nicht mehr in meinem

00:08:10: Kopf.".

00:08:12: Du kriegst dann als junge Frau drei Kinder und alle Kinder sind besonders, eure drei Kinder sind auf die eigene Art und Weise besonders?

00:08:26: Wie hast du das erlebt um mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen durch das Leben zu

00:08:35: gehen?".

00:08:45: Also es hat manchmal ganz viel Kraft gekostet aber nicht die Kinder überhaupt nicht, sondern das darum herum.

00:08:54: Ein Kind mit körperlichen Einschränkungen zu bekommen ist in der Gesellschaft nach wie vor.

00:09:08: oder ich meine unser Sohn ist jetzt forty-fünf Jahre alt.

00:09:13: Das ist schon auffällig und Die Menschen, mit denen man zusammen traf, wussten auch nicht damit umzugehen.

00:09:21: Das hat mir manchmal sehr wehgetan.

00:09:23: Christian war klein und im Kinderwagen, er ist im Februar geboren worden.

00:09:28: Und das Kissen im Kinderwagen war so hoch... ...und die Leute haben dann reingeschaut.

00:09:34: Der ist ja ein hübsches Kirchen und konnten das Kind gar nicht sehen.

00:09:39: Ich weiß dass es die Unsicherheit der Menschen war aber es hat mir weh getan als Mutter.

00:09:48: Die Menschen hatten Angst im Umgang mit so unbekannten Kindern, als unser Sohn eingeschult werden sollte hier an der Grundschule.

00:10:02: Da bin ich da gewesen und habe ihn angemeldet Und der Rektor sagte dann zu mir naja meinen sie nicht dass ihr Kind besser auf einer körperbehinderten Schule?

00:10:23: Und er hat seinen Sohn, der ein wenig Entwicklungsgestört war an der Schule damals als Sekretär beschäftigt.

00:10:32: Das hat mich schon sehr wütend gemacht und weil ich mich da sprachlich nicht so ausdrücken konnte habe ich dann nur gesagt warten Sie moment ich komme gleich wieder auf den Schreibtisch gestellt und gesagt so.

00:10:48: Und jetzt sagen sie mir, warum dieses Kind nicht hier auf diese Schule gehen darf?

00:10:53: Und ja erst dann angenommen worden.

00:10:55: das ist auch so, dass zeigt, dass das umfällt manchmal einfach ganz schwierig war mit Menschen mit Behinderung umzugehen und es zeigt auch gleich wie ich agiert habe immer also Ich hab da nicht diskutiert sondern ich habe gehandelt und habe dann einfach ihn hingestellt.

00:11:15: Immer wieder dieser mutige entschlossene Frau

00:11:18: Das sehe ich jetzt, habe ich aber da nicht gesehen.

00:11:28: Wenn du sagst käfig?

00:11:31: Wann wurde dir bewusst... Ich bin in ein Käfig und wann hast du angefangen einen Weg rauszufinden?

00:11:39: Dieser Käfig war mir ... ist mir als Jugendliche bewusst geworden noch nicht sofort, als ich aus der Klinik war.

00:11:47: das nicht Nee, das nicht.

00:11:54: Mir ist es im Umgang mit anderen Menschen immer bewusst geworden und immer mehr.

00:11:58: Und dass ich mich eher nicht so frei sprechen konnte.

00:12:05: Rausgekommen bin ich ... Ich würde sagen, es war Schicksal aber auch Zufall.

00:12:15: Es war nicht bewusst, dass ich da jetzt rausgehen kann.

00:12:18: So war es nicht.

00:12:19: Sondern ich hatte einen Burnout, nachdem unsere älteste Tochter auch erkrankt war und nachdem sie versorgt war, hatte ich einen Burn-Out Und bin in einer psychosomatischen Klinik gewesen und dort wurde Yoga unterrichtet.

00:12:37: Das hat mich spirituelles Yoga und das hat mich sofort angesprochen Und als ich aus der Klinik raus war, habe ich gleich eine Ausbildung gemacht.

00:12:49: Dann im Zuge irgendwelcher Weiterbildungen hab' ich dich in Bad Mainberg irgendwann getroffen.

00:12:55: Dort hattest du Visitenkarten verteilt und deine Art zu unterrichten – und ich glaube es war auch eine Meditationstunde oder so, das hat mir sehr gefallen!

00:13:08: Es hat dann aber Jahre gebraucht bis ich dann wirklich gekommen bin bis ich die Zeit hatte und ja, dann habe ich einfach mich angemeldet.

00:13:22: Und es fing freitagsabends an – ich weiß es genau!

00:13:27: Es war am threizenten August vor elf Jahren.

00:13:32: Das weiß ich einfach weil das für mich doch ein ganz entscheidendes Datum letztendlich war.

00:13:37: Ich konnte an dem dreizehnten noch nicht, weil ich am vierzehnten zu einem Geburtstag musste, wo ich also wirklich nicht absagen konnte einfach Ärger gegeben.

00:13:46: Und dann sagt es zu mir, ich weiß aber nicht ob das das Richtige ist?

00:13:51: Das ist sehr schwer dann reinzukommen und ich weiß noch dass ich gesagt habe, schwer kann ich!

00:13:57: Ich bin gekommen und für mich war es gut, dass ich etwa später eingestiegen bin denn ich kannte niemanden Ich habe ja niemanden gesehen und wir haben uns ja nicht angeguckt.

00:14:12: Ich habe meine Brille abgesetzt, ich hab sie auf den Tisch gelegt im Speisesaal damit ich das Essen sehen konnte.

00:14:17: aber sonst habe ich die Brille nicht aufgehabt Und ich bin sofort ganz tief drin gewesen also erst die Tage die man braucht.

00:14:26: Aber ich bin so fort drin gewesen Und dann hatte ich ein Aha-Erlebnis und ich glaube es war dann so entscheidend.

00:14:36: Das hat das alles umgewandelt, das war dann der Breck.

00:14:41: Ich bin nachts wach geworden... ich weiß nicht, klingt vielleicht jetzt ein bisschen spooky so... ...ich bin nacht zwach geworden und mein Körper hat gezogen.

00:14:50: Dann habe ich überlegt, schläfst du oder träumst du?

00:14:54: Und dann ging irgendwo eine Toilettenspülung, da habe ich gedacht ne, ich bin wach!

00:14:59: Mein Körper zuckte und hab' ich gedacht, ähm, drehst Du jetzt durch?

00:15:04: Dann habe ich gedacht, wenn ich durchdrehe, könnte ich mir nicht solche Gedanken darüber machen.

00:15:09: Und dann habe ich weiter gedacht, ich lasse den Körper einfach mal machen.

00:15:14: Der Körper weiß was jetzt notwendig ist und was er braucht.

00:15:17: Wir haben so einen inneren Heiler in uns gehabt.

00:15:22: Ich lass ihn einfach einmal machen!

00:15:24: Und der Körper hat gezuckt und gezuckt... ...und ich war nass geschwitzt und ich war auch morgens nicht pünktlich Und irgendwann hast du dann mal geklopft.

00:15:35: Was denn, ob was sei?

00:15:36: Ich sag nein ich komme gleich.

00:15:38: und dann habe ich überlegt so ich mache jetzt hier Schluss.

00:15:41: Ich konnte auch nicht mehr.

00:15:42: also von außen hat es ausgesehen als wie würde ich krampfen.

00:15:46: Von innen hatte sich angefühlt als wenn ich entkampf.

00:15:51: Es hatte ich wirklich... ich hab mich.. ich habe mich wie neu geboren gefühlt.

00:15:56: Ich habe dann geduscht bin dann in den Raum und habe gedacht das hat sich alles verändert.

00:16:03: Meter größer als normal und die Sonne strahlteller als normal.

00:16:08: Und das war so, ich weiß nicht mal ob der Stottern damit aufgehört hat, ob das dann vorbei war?

00:16:14: Das weiß ich nicht.

00:16:15: aber ich weiß dass das diesen... Ja, dass das ein Break war.

00:16:23: Und es war schön, dass sich dieses Aha-Erlebnis habe denn dadurch bleibe ich auch einfach dabei.

00:16:28: Ich weiß, Das, wie Pasa mir einfach gut tut.

00:16:34: Mein Körper krampft nicht mehr oder entkrampft das nicht mehr und ich hatte gleichzeitig das Gefühl in der Nacht dass so die Vergangenheit so vorbei huscht.

00:16:50: Und wenn du jetzt zurück schaust auf die Sabine... Brigitte?

00:16:57: Entschuldigung!

00:16:59: Auf die Brigitte vorher.

00:17:03: Was war das für ein Mensch?

00:17:06: Wie warst du gestimmt, wie warst Du drauf?

00:17:14: oder wie war diese Brigitte darauf?

00:17:17: Diese Brigitte hatte zwei Seiten.

00:17:23: Einmal wieder die Fröhliche, die nicht gespielt, die auch da war aber auch eine, die traurig überfordert Ja, wobei das da war.

00:17:44: Die sich klein gefühlt hat.

00:17:49: Ich erinnere mich sehr an deine Stimme und an was du geteilt hast so die erste Zeit als ich dich kennengelernt habe.

00:18:00: Was Bruchiges und was Klägliches?

00:18:04: drinnen war und auch deinsprechend.

00:18:06: Es war konzentriert auf, jetzt geht das noch, die krank und das noch problematisch.

00:18:13: Das eine nach dem anderen.

00:18:16: So habe ich es auch empfunden.

00:18:20: Wenn ich zur Rückblick ist... Es waren ganz viele schöne Zeiten, entspannte Zeiten dazwischen aber es waren auch Zeiten von Kämpfen und tun müssen.

00:18:38: Okay, dann hast du ein Erfahrung wo du aus dieser Verkampfung, aus diese Anspannung raus kommst, wo du dich in ein nächtliches Erlebnis aufrichten kannst und wo du neu frisch schauen kannst.

00:19:00: hat es nachher weniger Schwierigkeiten gegeben Nachdem die Sprache fließend war?

00:19:16: Ja, das hat schon Schwierigkeiten gegeben.

00:19:18: Auf dem ersten Geburtstag, als ich im näheren Umfeld davon erzählt habe... Ich hab nicht diese Begebenheit von der Nacht erzählt.

00:19:30: Ich war sowieso immer schon etwas Besonderes und dann hätte man gedacht, das passt jetzt nicht.

00:19:38: Jetzt ist sie durchgedreht oder so.

00:19:39: Aber ich bin angegriffen worden nachdem ich so erzählt habe was ich gemacht habe diese zehn Tage.

00:19:48: Das hat bei einigen Frauen auf große Kritik gestoßen.

00:19:54: Habe ich mich richtig erschrocken?

00:19:56: Ich glaube da hab' ich auch mal angerufen weil es hat mich kurzzeitig wirklich überfordert.

00:20:03: Hinterher habe ich dann gedacht, vielleicht war es allversucht neid dass sie das nicht machen können?

00:20:08: Ich weiß es nicht!

00:20:09: Vielleicht hatte ich mich auch da schon verändert gleich nach diesen zehn Tagen, das vielleicht spürbar war, das weiß ich nicht.

00:20:19: Ja unsere... Das zusammen mit Leben mit Joachim und meinem Mann war dann zwischendurch.

00:20:26: mal hatte sich fair verändert.

00:20:29: Joachim hat eine zarte Frau geheiratet und er war damals sportlich ein großer starker Mann, deswegen habe ich ihn mir vielleicht ja auch mit ausgesucht, damit ich mich stärker fühlen kann.

00:20:42: Und das hat schon zu Veränderungen in unserer Ehe dann auch geführt.

00:20:48: Aber letztendlich zur positiven Veränderung.

00:20:55: Ich glaube im Verwandtschaftskreis waren viele auch irritiert.

00:21:09: Und wie bist du damit umgegangen?

00:21:19: Manchmal war es ein bisschen Genuchtung.

00:21:26: Jetzt brauche ich das nicht mehr, aber da war es manchmal Genuchtungen und das hat mich gefreut.

00:21:36: Wie erklärst Du für Dich die Veränderung von einer Frau, der sich gefangen fühlt in einem Käfig und verspannt?

00:21:48: Es sich umfrei fühlt in sozialer Umgang.

00:21:58: Da waren wir noch nicht, wie füße dich dann jetzt und wie bist du da jetzt drauf?

00:22:02: Wie erklärst Du für Dich diese Wandel?

00:22:05: Weil ich nehme an, dass Du die ganze Zeit versucht hast aufzuhören mit Stottern zum Beispiel.

00:22:11: Ich habe so viele Sprachttherapien, Atemtherapie gemacht alles Mögliche Ich habe Psychotherapie gemacht, um da besser mit umzugehen.

00:22:23: Also ich hatte nie im Kopf, dass es weggehen könnte.

00:22:28: Es ist ein bisschen auch familiär.

00:22:30: bedenkt eine Tante väterlicherseits und eine tante mütterlicherseits.

00:22:34: Die haben beide die eine stärker, die andere etwas weniger gestorrt hat.

00:22:38: Und so hab ich gedacht, damit muss ich mitleben.

00:22:43: Ich habe nur gedacht, es könnte leichter werden, damit zu leben.

00:22:50: Der Deckel meines Käfigs war Angst und diese Angst schwindet, wenn man meditiert.

00:23:03: Wie funktioniert das?

00:23:05: Was hast du da erlebt?

00:23:07: Warum kannst du das so sagen?

00:23:10: Also weil ich theoretisch weiß, dass die Amygdala dann schrumpft wenn man meditiert.

00:23:21: Ich hab's nicht gefühlt, ist auch nie entdeckt worden.

00:23:25: also weil ich das theoretisch weiss nein aber auch weil ich es erfahren habe und ich erfahre es tagtäglich.

00:23:35: Dieser Deckel Angst war immer drauf war auch noch da, als ich aus dem Retreat kam und mich freier gefühlt habe.

00:23:47: Dieser Deckelangst ist glaube ich jetzt noch da aber aus so einem Riesendeckel ist eben ein kleines Deckelchen geworden.

00:23:55: Ich merke das durch das tägliche Meditieren klingt dann immer so hochtraben Atem spüren, Anspannung loslassen.

00:24:12: Dass sich dadurch was ändert – ich kann gar nicht beschreiben, wodurch.

00:24:20: aber ich spüre fast tagtäglich dass sich etwas verändert tut.

00:24:24: Manchmal ist eine Phase wo nichts ist, da verzweifle ich aber auch nicht weil ich weiß es wird sich wieder was verändern.

00:24:31: und Ich sage auch nicht, heute verändert sich was.

00:24:37: Sondern ich bin im Tun und Gespräch.

00:24:39: Ich bin im Machen.

00:24:40: Und denke... Ops!

00:24:43: Was war das jetzt?

00:24:45: Das hat sich früher ganz schwer angefühlt.

00:24:48: Und das ging früher gar nicht.

00:24:50: Jetzt ist es mir einfach so rausgeflubbt oder ist alles ganz leicht gegangen.

00:24:58: Wenn du sagst, ich meditiere täglich, was machst du?

00:25:02: Kannst du ein bisschen genauer beschreiben, Was du da machst, wie du das machst?

00:25:13: Überwiegend liege ich erst mal.

00:25:15: Manchmal sitze ich aber ich habe ein bisschen Nyskuliosin und dann strengt mich das so an und dann kann ich mich nicht entspannen.

00:25:22: also lege ich mich hin.

00:25:26: Ich muss zugeben wenn manchmal schlafe ich auch einen dabei aber überwiegend bin ich ganz klar und wach.

00:25:35: Als Erstes nehme ich meinen Atem wahr schwöre das ein und ausström.

00:25:42: Dann versuche ich, nee dann erlaube ich meinem Körper sich zu entspannen und dabei nehme ich dann war automatisch was gerade durch den Kopf geht.

00:25:54: Und jetzt auch in der letzten Zeit wo ich so ein bisschen schnell berührbar bin ist es so dass die Gedanken jagen, jagen ,jagen und früher war es so diesen Gedanken gefolgt bin.

00:26:11: Und ich habe diesen Gedanken geglaubt, was da war und das hat mich immer weiter runtergezogen.

00:26:15: Das hat mich in meinem Kleinsein bestätigt und in meinem Nichts-Können bestätig.

00:26:22: Jetzt ist es so... Ich nehme die Gedanken wahr aber ich denke häufig gar nicht darüber nach.

00:26:30: Wenn Gedanke da ist, manchmal denke ich schon wieder, dann ganz gelassen, ganz ruhig einen Atem spüren, Körper entspannen und dann geht es wieder von vorne los.

00:26:47: Manchmal ist es so dass ein Gedanke da ist der immer und immer wieder kehrt und wo ich auch merke dann der Hals wird eng also der Körper reagiert die Brust wird eng der Magen wird fest oder die Magen ging.

00:27:03: manchmal ist es dann so das ich einfach mal hinschaue, gar nicht Frage was ist sondern ich... das klingt vielleicht auch wieder ein bisschen spooky.

00:27:16: Ich schaue mit meinem inneren Auge dahin und mehr mache ich nicht.

00:27:22: Manchmal löste sich auf manchmal löst es sich nicht auf und jetzt seit einem halben Jahr war ich immer wieder zwischendurch ziemlich traurig und ich konnte nicht fassen was es ist.

00:27:38: Zwischendurch habe ich gedacht, na, wirst du jetzt depressiv?

00:27:42: Aber das kann ich mir nicht vorstellen.

00:27:43: Ich bin aktiv!

00:27:44: Ich liebe das Leben!

00:27:46: Das was ich mache, mache ich gerne und trotzdem war diese Schwere da insbesondere auch morgens.

00:27:55: Und dann haben wir unseren Austausch nach der Meditation... Da hab ich mal gesprochen oder auch jemand anderes.

00:28:05: Dann hat es mir einen Impuls gegeben und dann hast du ja in den letzten Tagen das Leid morgens angesprochen, in der Meditation.

00:28:14: Und gestern Morgen war's so, dass sich dieses Leid so körperlich spüren konnte... Das hat mich so traurig gemacht!

00:28:28: Ich habe es körperliche fast nicht ausgehalten.

00:28:33: Ja, dann habe ich gedacht so jetzt nehme ich diese Traurigkeit erstmal einfach in den Arm.

00:28:39: Sie darf da sein und hab hingeguckt und hab es einfach da sein lassen ohne als abzuwehren.

00:28:49: Es ist ja immer... Diese Gefühle möchte man hier nicht haben die sind ja körperlich häufig unangenehm Und ich habs wirklich einfach zulassen können.

00:28:56: wobei das hat sich entwickelt Das ist jetzt nicht nur gestern Morgen, sondern es hat sie sich über die letzten Tage so entwickelt.

00:29:03: Und dann irgendwann fühlte sich das in dieser Trauer wie eine Befreiung an.

00:29:08: Ich hatte das Gefühl, so wie durch ein Geburtskanal gepresst zu werden – das ist schmerzhaft und tut weh – aber auf der anderen Seite wartet die Entspannung, wartet das Licht.

00:29:23: So hat es sich angefühlt und so fühlten sie sich jetzt auch an.

00:29:27: Diese Trauer ist noch ein klein wenig da.

00:29:29: oder dieses ... angerührt sein über die Trauer.

00:29:34: Aber es ist gleichzeitig diese Befreiung da und während ich die Traurigkeit in den Arm genommen habe, während ich sie gespürt habe sind so Situationen durch meinen Kopf geflitzt wie damals bei dem Entkampfen.

00:29:53: Ich hatte so Situation vor Augen wo ich mich unheimlich erniedrigt gefühlt habe durch meine Sprache Nein, nicht durch die Sprache.

00:30:02: Durch mich nicht ausdrücken können und nicht ernst genommen werden zu

00:30:06: werden.".

00:30:07: Und sie waren in diesem Moment da – und dann waren Sie auch schon wieder weg!

00:30:14: Das war schmerzhaft, sehr berührend aber auch sehr befreit.

00:30:29: Wie erklärst du das für dich?

00:30:31: Wie erkläre es dir, dass diese Meditationsform dich hilft Richtung Befreiung?

00:30:45: Ich bin da nicht so eine Theoretikerin, aber wenn du sagst das ist jetzt fällt mir nicht mehr.

00:30:51: Jetzt habe ich gerade im Blackout nicht mal der erste Schritt.

00:30:55: Also wenn du sie aufzählst dann muss ich manchmal schmunzeln weil ich manchmal nicht weiß was es jetzt atematem Körper wahrnehmen sondern ich bin einfach da eine Macherin und ich erkläre mich so weil ich einfach dran bleibe.

00:31:20: Ich bleibe dran und setze oder lege mich jeden Morgen wieder aufs Neue hin.

00:31:28: Und das ist meine Erklärung.

00:31:31: Wissenschaftlich kann man das sicherlich irgendwie erklären, begründen.

00:31:36: für mich reicht es einfach dass es mir hilft.

00:31:40: Und manchmal werde ich gefragt, jeden Morgen um sechs und eigentlich bin ich eine Nachtäule.

00:31:47: Ich kann gut abends arbeiten und ich könnte dann noch alles Mögliche machen mache aber nicht.

00:31:53: das hat sich geändert.

00:31:54: ich sehe zu dass ich spätestens halbf so das Licht ausmache.

00:31:58: in der Regel es gibt immer Ausnahmen aber in der regel damit ich morgens dann auch wach werde und ich merke einfach Also und dann werde ich gefragt, ja warum mache ich das?

00:32:14: Jeden Morgen.

00:32:15: Das ist mein Lebenselex hier!

00:32:17: Das kann ich wirklich so sagen.

00:32:19: und weil ich weiß was es mit einem macht und was es mir gemacht hat.

00:32:35: Wer dieses Prozess nicht auch einfach auch passiert, weil er einfach alter wird und weiser wird und braucht es das...

00:32:45: Ich glaube, ein klein wenig trägt dazu bei, dass ich älter geworden bin das ganz sicher.

00:32:54: Aber ich glaube nicht, dass er erreicht hätte, dass mich jetzt so fühlen würde wie ich bin wenn ich es nicht gemacht hätte.

00:33:03: Das glaube ich ganz sicher!

00:33:05: Ich habe ja einige Jahre Therapie gemacht und das hat mir immer wohl ein Stückchen weiter geholfen aber es hat es ja nie gelöst.

00:33:15: Und wenn ich jetzt so mit anderen stotternden Menschen spreche oder wenn ich das so reflektiere, ich war ja auch in der Stotter- selbsthilfegruppe und so.

00:33:25: Ich glaube dass Stottern durch ein Trauma entsteht.

00:33:31: Da habe ich ganz sicher und dass alle Sprachtherapien einen herumdoktern an dem System ist und dass man es vielleicht durch eine gute Psychotherapie durch Meditation vielleicht lösen kann.

00:33:46: Also ich kann mich nicht hinsetzen, ich mache Meditation und sage damit verschwindet mein Stottern das wird nicht passieren, das glaube ich nicht.

00:33:54: Und in deinem Fall weil das das einzige was du kennst?

00:33:59: Was ist Stottern?

00:34:01: Was passiert da?

00:34:03: Beim Stotdern!

00:34:12: Ich glaube begonnen hat mein Stottern, weil er eigentlich lieber geschrien hätte aber mir das verboten worden ist Und ich habe durch meinen Stottern mich daran gehindert zu sein, wie ich bin.

00:34:46: Das hab' ich nach kleinlich bewusst gemacht und wenn ich gewusst hätte was das für Konsequenzen für mich gehabt hat hättest wir auch nicht so gewählt, nicht so frei gewählt ja.

00:35:08: Und was passiert bei Stottern?

00:35:11: Was ist es für ein Prozess?

00:35:16: Irgendwann ist das hier mal angefangen.

00:35:18: Ich weiß nicht genau, also man hat mir dann gesagt dass ich mit dem Stottern angefangen bin nachdem wir die Mandeln entfernt worden sind.

00:35:28: Also irgendwann ist es angefangen.

00:35:30: da war es mir glaube ich noch gar nicht so präsent und dann Bin ich gehänselt worden Gehänseld wurden.

00:35:38: in einem Streit ist mir dann gesagt worden, ja lern du erstmal richtig sprechen bevor du hier irgendwas sagst.

00:35:44: so und das hört man immer und immer wie wieder.

00:35:48: meine mutter die es gut gemeint hat hat immer gesagt heu weh gelchen so ganz langsam sprechen dass es immer wieder war immer wieder eine eingrenzung auch von außen.

00:36:09: Ich hab mich von außen manchmal sehr erniedrigt gefühlt und mich selber aber auch erniedrig.

00:36:20: Wenn ich damals habe noch Fleisch gegessen, dann wollte ich gehacktes kaufen für die Familie.

00:36:29: Da stand ich beim Schlachter und ich höre zu den Menschen, die es gespürt haben wenn etwas nicht rauskommt gehackte.

00:36:41: Das war sofort hier fest und dann habe ich umgeschwenkt, dann gab es Bratwurst.

00:36:47: das ist für außen vielleicht da.

00:36:50: so kann man darüber schmunzeln.

00:36:53: aber ich, wir haben liebsten im Boden versunken ja und hab mich dann selber auch klein gemacht damit.

00:37:08: Ich weiß nicht, wie die Gedanken damals im Kopf waren.

00:37:11: Aber wahrscheinlich kann es nicht mal richtig sprechen.

00:37:13: Also so denke ich, dass da im Kopf dann vorgegangen

00:37:19: ist.

00:37:21: Was isst Stottern?

00:37:23: Weil du hast jetzt ein bisschen erklärt, wie das bei dir entstanden ist und deine Gedanken drumherum hast du erwähnt was das mit deinem Gefühlsleben macht und so.

00:37:36: aber was isst stottern?

00:37:38: Stottern ist nicht frei sprechen können.

00:37:42: Sich nicht äußern können, sich nicht ausdrücken können... Das ist Stotternden!

00:37:47: Und wie funktioniert das?

00:37:50: Also wenn du das Phänomen beschreibst, du stehst an die Theke bei der Fleischer und du wirst gehackt ja und du merkst dass Brechdinge da machen.

00:38:07: Was passiert

00:38:08: da?!

00:38:11: In diesem Augenblick ist hochgradig Stress da und eine wahnsinnige Anspannung.

00:38:20: Die löst sich dann nicht.

00:38:24: Und die Stress, wie schlägt das auf?

00:38:27: dieses Prozess, was du ja kennst?

00:38:31: Dass Atem an den Stimmbänden vorbei fließt zusammen mit dem Mundraum ein Klänge formen und dass da die Wörter rauskommt.

00:38:45: Ein Pfund gehackt bitte!

00:38:47: Also bei mir fängt das schon vorher an.

00:38:49: im Brustbereich, der wird fest, er wurde fest.

00:38:52: Der war bretthart hatte ich das Gefühl, da war gar keine Bewegung.

00:38:57: und dann die Stimmbänder fest und wo man versucht das ein wenig heraus zu pressen Ja, und dann eben dieses G-G-, dann entsteht.

00:39:16: Und dann im Kopf absolutes Chaos weil eigentlich möchte man ja sprechen aber andererseits möchte man...und das klappt nicht, aber andererseits möchte man auch nicht so doof dastehen denn die Leute gucken ja oder sie gucken weg weil sie es nicht aushalten können oder so.

00:39:33: Inwiefern ist es vergleichbar mit Lampenfieber?

00:39:38: Ah, Lampenfieber habe ich ja immer cool.

00:39:42: immer nach einer Yoga Pause.

00:39:52: Es fühlt sich, ich kann es nicht mehr so vergleichen.

00:39:57: Lampenfieber ist etwas was den ganzen Körper bei mir betrifft zu kribbelig wird vielleicht auch ein bisschen weinerlich in dem Augenblick.

00:40:06: Innerlich weinerliche, nicht nach außen, innerlich weineulich... Also ich kann's nicht mehr vergleich'n.

00:40:15: also das Gefühl ist dann Gott sei Dank schon weit genug weg.

00:40:21: Ich finde es trotzdem interessant, um hineinzuschauen.

00:40:27: Was ist Stottern?

00:40:29: Ich kann es dir nicht genau sagen und obwohl ich forty-fünf Jahre gestottert habe... ...ich staune und wundere mich auch manchmal.

00:40:40: ja ich staune auch über das Phänomen stottern.

00:40:43: Ich bin in einer erwachsenen Sprachheilkur gewesen.

00:40:49: dort hatten wir einen jungen Mann der stotterte im Gespräch.

00:40:52: er war Schauspieler.

00:40:54: Auf der Bühne hat er nicht gestottert.

00:40:55: Wenn er in einer anderen Rolle war, wenn er nicht er selber war, hat er ihn nicht gestoortert.

00:41:04: Singen geht ja auch fließend.

00:41:12: Also was ist es?

00:41:15: Eine Verneinung des Ichs?

00:41:19: Ja das klingen wir ein bisschen zu bedacht.

00:41:27: Was ist anders Brigitte jetzt und Brigitte vor fünfzehn Jahren?

00:41:34: Freiheit, Leichtigkeit.

00:41:39: Ist es dort dann Unfreiheit?

00:41:41: Ja!

00:41:44: Und wie?

00:41:45: was für Unfreiheid?

00:41:51: Nicht sagen können, was man möchte.

00:41:58: Also du möchtest ein Pfund gehackt bitte sagen und du stehst da und weißt am Pfund geackt sagst du auch in deinen Vorzeichen ist ganz klar kein Bratwurst Und du stehst da und hast ganz klar weiter aus... Nee,

00:42:23: so weit kommt es ja nicht.

00:42:24: Ist bei mir nicht gekommen.

00:42:25: Sondern ich habe es gespürt?

00:42:26: Ja!

00:42:27: Und dann gab's gleich

00:42:28: Bravost.

00:42:29: Dann gibt's Bravrost!

00:42:32: Wir sind auch zum Beispiel viele Jahre gar nicht in den Urlaub gefahren.

00:42:36: Wir sind immer in die Ferien gefahren, weil auch diese ... Genau.

00:42:42: Und

00:42:43: was ist dann anders an Urlaub als ein Ferien?

00:42:47: Nee, Ferien fliesst ja.

00:42:49: Ja warum?

00:42:50: Ich weiß es nicht.

00:42:51: Das kann ich dir nicht beschreiben.

00:42:55: Ich muss noch mal jemand anderes fragen.

00:42:59: Vielleicht jemand der Stottert.

00:43:03: Ich kenne ja mehrere Menschen womit wir seit langer Zeit meditieren und die Schwierigkeit ist, sie haben alle aufgehört mit Stottern.

00:43:12: Also, die kann ich nicht mehr fragen.

00:43:15: Echt?

00:43:17: Nein, du bist nicht die Einzige!

00:43:19: Ich will jetzt niemanden bloß stellen hier aber...

00:43:21: Aber das ist ja auch meine Theorie und meine Erfahrung, dass Meditation stottern lösen könnte.

00:43:30: Ja, finde ich ganz wichtig.

00:43:31: um zu sagen was ich gar nicht möchte ist als Menschen sagen oh dann will ich jetzt meditieren weil dann hört er stotternd auf.

00:43:42: Ich denke, dass es so nicht funktioniert.

00:43:45: Sondern ich fühle mich unfrei und will freier werden... ...und ich meditiere weil ich aufwachen will in der Wirklichkeit,... ...weil ich lernen will um mich zu entspannen, weil ich klar werden will.

00:44:03: Und das nicht mehr stottern.

00:44:05: Das kommt dann aus Nebenwirkung mit oder nicht?

00:44:12: Also es hat auf jeden Fall was mit Angst zu tun.

00:44:17: Denn ich merke, wenn ich mit Menschen zusammen sind die sich sehr gut ausdrücken können und die mir vielleicht ein bisschen Angst machen wo ich das Gefühl habe sie könnten mich an die Wand reden für forty fünf Jahre stottern Und sprache ständig umstellen da hab ich ja einen relativ Einfachen Wortschatz klingt jetzt ein bisschen wenig, so ist es nicht.

00:44:46: Aber mir fehlen manche Worte die ich im Kopf weiß, aber die ich halt nicht präsent habe um sie auszusprechen.

00:44:56: Es ist ähnlich wie eine Fremdsprache.

00:44:59: Ich verstehe vieles, aber ich kann das nicht ausdrücken.

00:45:02: Und so ähnlich ist es bei mir fehlen mir einfach Worte die ich ausdricken kann oder so schnell parat habe.

00:45:09: und wenn ich manchmal mit Menschen zusammen bin oder ich Dinge sage wo ich mir nicht ganz sicher bin und da könnte jemand gleich reinpreschen dann hab ich nochmal dieses enge Gefühl Und das habe ich ja durch wie Passer nahe gelernt, meinen Körper zu spüren.

00:45:28: Dann entsteht keine Panik mehr in mir wie früher sondern dann denke ich was ist jetzt los?

00:45:33: Was passiert gerade eben?

00:45:35: Warum werde ich jetzt eng?

00:45:37: Manchmal habe ich die Möglichkeit rauszugehen und dieses Gefühl zu spühlen.

00:45:43: Und manchmal ist es aber nicht möglich aus der Situation rauszugehnen habe ich es aber wahrgenommen und beschäftige mich nicht weiter damit.

00:45:53: Und dann löst sich das häufig auf die Situation, kann sein dass das im Gespräch oder in diesem Abend- oder Nachmittag wohl noch mal vorkommt wenn ich in der Runde bleibe.

00:46:03: Aber es entsteht keine Panik mehr

00:46:13: Wenn wir das tottern lassen weil das ist einfach nur ein Ausdrucksbereich.

00:46:23: Und du sagst, die Brigitte jetzt fühlt sich wesentlich freier aus der Brigitte von früher.

00:46:32: Was hat sich dafür verändert?

00:46:35: oder was hat sich in dir umgestellt?

00:46:41: Was ist die Veränderung?

00:46:43: Die Veränderungen ist mehr die Wirklichkeit wahrzunehmen nicht mehr das... zu glauben, was ich denke.

00:46:59: Das passiert mir immer noch wieder aber nicht mehr so häufig und nicht so tief in diesem Strudel der Gedanken nach unten ziehen zu lassen.

00:47:09: Ich bin wesentlich ruhiger geworden.

00:47:12: Ich empfinde eine Ruhe in mir.

00:47:15: das ist so angenehm.

00:47:16: die hatte ich früher nicht habe immer dass so ein Rennen in mir gespürt.

00:47:23: Ich bin immer noch aktiv und ich mache ganz viel.

00:47:25: Und das mache ich gerne, aber ich mach es jetzt mit einer Ruhe.

00:47:29: Ich habe nicht mehr dieses machen, machen, schnell, schnell im Kopf sondern ... Es ist ganz viel Ruhe in mir eingetreten.

00:47:41: Und eben hat das sich meine Gedanken... meinen Gedanken nicht mehr so folge.

00:47:55: Also sicher in unserer Gesellschaft sind die Gedanken schon ziemlich wichtig.

00:48:01: Und es ist auch wichtig um viel zu tun, viel zu bewerken.

00:48:08: Wenn du sagst ich nehme meine Gedanken nicht mehr so ernst.

00:48:14: Führe das dann nicht dazu dass du gleichgültig wärst oder getrennt und dieses ständig unterwegs um Sachen zu tun, führt das nicht dazu dass du einfach weniger gebacken kriegst im Leben und weniger bewirkt erreicht.

00:48:36: Im Gegenteil ich erreiche das gleiche mit viel weniger Energieaufwand und ich bin froh dass sich denken kann und dass sich das was ich denke jetzt auch noch fließend weitergeben kann.

00:48:53: aber Also ich nehme die Gedanken wahr, die mich sonst früher nach unten gezogen habe.

00:49:02: Manchmal frage ich mich ist das jetzt wirklich wahr was du denkst und komme zu dem Schluss dass es alt ist?

00:49:09: Und ich brauche das nicht mehr denken?

00:49:12: und dann kann ich sein lassen und dann komme ich zu meinem Atem oder mache irgendwas.

00:49:17: Es gibt aber auch Phasen wo auch das Alte wieder da ist, aber nie mehr so intensiv wie es früher war.

00:49:30: Und ich weiß – und das sagst du ja auch häufiger – Es kommt!

00:49:36: Es bleibt eine Zeit lang und es wird wieder vergehen.

00:49:39: Das ist für mich zum Beispiel ein ganz großer Trost wenn ich auch mal Phasen habe, wo es mir nicht so gut geht.

00:49:47: Ich möchte die am liebsten weg haben körperliche Verspannung, Enge oder was auch immer ist.

00:49:52: Oder diese Traurigkeit spüren oder so.

00:49:55: die möchte ich am liebsten weg haben aber ich weiß wie es jetzt da bleibt vielleicht noch ein bisschen aber sie wird nicht ewig dauern und damit und das reicht manchmal schon um damit sich auflösen kann.

00:50:17: Ich kann mir vorstellen dass dies für manch einer der das hört fast unglaubwürdig erscheint weil du hast die Gedanke ja und zum Beispiel, du triffst jemand und du merkst oh diese Person ist richtig eloquent.

00:50:37: Und der kann mich mit Wörter hinbewegen wo er will.

00:50:41: ich habe einfach nicht das Zeug um ihr Gegenspiel bieten.

00:50:46: Genau, das ist dann schon wieder in meinem Kopf.

00:50:49: Das sind dann die Gedanken und du merkst auch da muss über irgendetwas entschieden werden und die Person redet und du redest und du merkst hey dem hier fehlt einfach das Gewicht um hier irgendwas einzubringen gegen diese Argumentationskraft an der anderen Seite Und du kennst dieses Muster von dir Kleinverspannung, bis hin zu das Stottern.

00:51:19: Wie kann das dann funktionieren?

00:51:20: Dass du da dann sitzt und ja schön ich sehe das, dass ein Gedankenspirale geht unten.

00:51:26: Die nehme ich nicht!

00:51:29: Wie funktioniert das?

00:51:30: was machst Du denn?

00:51:33: Ich nehme es ja... ich lerne ja.. ich habe über die Jahre gelernt das wahrzunehmen.

00:51:41: Ich habe über Jahre gelernt, meinen Körper zu spüren wie er auf diese Gedanken reagiert.

00:51:49: Manchmal ist es ja so mir ist nicht mal der Gedanke bewusst sondern ich merke enge.

00:51:56: irgendwas tut sich da.

00:51:57: was ist jetzt los bevor ich den gedanken wahrgenommen hab?

00:52:01: manchmal ist das aber auch gleich der gedanke so wie oh der redet so und der ist so sprach begabt dass Ich mich lieber zurückziehe.

00:52:13: Das ist ja auch in Sekunden schnelle ... Manchmal ist es sofort der Kopf, der das sagt und manchmal ist aber auch der Körper, der mir das zeichnet.

00:52:23: Und das lernt man.

00:52:27: Das entwickelt sich.

00:52:28: Ich weiß gar nicht, ob man das lernte oder ob sich das entwickelt.

00:52:34: Es ist ja eine Technik.

00:52:37: Wie belastbar ist das?

00:52:39: Wenn alles über dich einbricht?

00:52:42: Du hast bestimmt die letzten Jahre auch schwierige Situationen gehabt.

00:52:48: Wie belachsbar ist das?

00:52:54: Ich habe vor sieben Jahren eine Krebsdiagnose bekommen und es hat mich vollkommen rausgekickt, vollkommen.

00:53:04: Drei Monate war ich nicht ansprechbar.

00:53:07: Ich war hier zu Hause, bin in der Klinik gewesen, wollte nicht weil ich meditieren wollte, weil ich wusste, dass hilft mir selbst in meiner Not, in der ich da war.

00:53:17: Ich glaube, das kann auch jederzeit wieder passieren.

00:53:19: Aber ich glaube, ich bin immer schneller raus.

00:53:23: Auch jetzt gibt es im Alltag hier auch Dinge mit denen ich nicht konform gehe und die ich ablehne.

00:53:33: Das spüre ich dann auch.

00:53:34: Und ich kann das nicht ändern aber es löst sich irgendwie einfach oder meine Einstellung dazu löst mich auf.

00:53:43: Meine Anspannung dazu lösen sich auf Und damit verändert es sich.

00:53:50: Es ist kein Wollen, das kann man nicht wollen.

00:53:52: Das ist ein Geschehen lassen.

00:54:01: Schön dich so zu hören!

00:54:07: Mute ich um so offen zu sprechen?

00:54:15: Wie ist das so mit so einem großen Mikrofon in deinem Gesicht und Licht und dem Kamera...

00:54:22: Wie du zu Anfang sagst, das vergisst man.

00:54:25: Das war wirklich jetzt weg.

00:54:26: Jetzt ist mir wieder präsent.

00:54:29: Vorher habe ich gedacht, mein Herz springt mir gleich raus.

00:54:33: Mein Blutdruck ist bis unter die Schädeldecke.

00:54:37: Aber das hat sich auch gelegt.

00:54:40: und ja, ich finde... Ich bin noch ein bisschen stolz dieses Gespräch geführt zu haben.

00:54:47: jetzt nicht von wegen jetzt so sondern es einfach so gemacht zu haben hätte ich mir vor vier Wochen noch nicht mal vorstellen können.

00:54:57: Das ist jetzt einfach so ganz kurzfristig auch entstanden und es hat mir also diese Technik, du mit dieser Technik und Kathi ihr mit euren tun das hat mir so viel geholfen und es hilft mir tagtäglich dass sie's einfach auch gerne weitergeben möchte und ich finde so schade dass die Menschen es nicht machen selbst wenn ich es ihnen erzähle.

00:55:26: Ich habe schon ein paar Menschen gesehen im Retreat, die bei der Anmeldung gesagt haben, dass du sie darauf gewiesen hast.

00:55:34: Aber es gibt so viele Menschen, die es gut gebrauchen könnten?

00:55:37: Ja!

00:55:42: Also ich denke manchmal an eine Welt, wenn wir lernen würden uns zu fühlen und wenn ohne dass wir reagieren müssen.

00:56:01: Also wenn wir die Fähigkeit hätten auch verweilen zu können, ohne zu reagieren und uns einfach anzuschauen was passiert eigentlich?

00:56:11: Da wird dann sichtbar was für ein Wahnsinn in uns und da draußen abgeht ja wie sehr wir überreagieren Wie sehr wir mit einem Informationsstand reagieren wo man sagt ist überhaupt nicht angesagt, irgendwas zu tun.

00:56:31: So schau es dir erst mal an.

00:56:34: und wie sehr wir unbewusst viel zu stark reagieren auf angenehm oder unangenehm?

00:56:44: Ich treu manchmal von einem Welt wo wir Menschen nicht nur rechnen und buchstabieren und so weiter lernen sondern wo die Menschen auch lernen der Körper und die Gefühle wahrzunehmen weil ich sehe dass das wirklich Leben verändert, transformiert.

00:57:08: Wobei ich natürlich auch einfach sagen muss das einzige was ich sehe sind Menschen die in Retreat kommen und mit uns meditieren.

00:57:16: Ich kann nichts sagen über Menschen nicht kommen

00:57:19: oder die wieder gehen

00:57:21: Und ich kann über Prozessen kann ich nur sprechen über Menschen die kommen und zurückkehren.

00:57:27: Also ich habe nicht das Gefühl dass sich dies extrapolieren kann auf größere Gruppen, weil ich kenne nur die ... aber dann kommt es.

00:57:38: Ich kann nur die hunderte von Menschen weiter

00:57:41: machen.".

00:57:42: Also ich glaube schon das ist auch auf andere Menschen eine Wirkung hat?

00:57:50: Ich unterrichte seit zwanzig Jahren jetzt Yoga und mein Yoga hat sich fair ändert, hat überhaupt keine Ähnlichkeit mehr mit dem harter Yoga wie ich's gelernt habe.

00:58:00: Ich habe ja auch in ganz vielen verschiedenen Richtungen Ausbildungen gemacht.

00:58:05: Mein Yoga ist jetzt darauf, hauptsächlich ausgerichtet zu spüren immer wieder.

00:58:13: Tiefenentspannung sind immer Fühlen, Körperfühlen und Wahrnehmensspüren.

00:58:21: Manchmal denke ich, gefällt es den Leuten?

00:58:26: den Teilnehmern und man kriegt ja relativ wenig Rückmeldung.

00:58:30: Das kann ich auch verstehen, wenn ich aus der Stunde rausgehe und die war so... Ich war so bei mir dann habe ich keine Lust mit irgendjemand zu sprechen und so.

00:58:40: Und dann denke ich manchmal gefällt es den Leuten und mache das so weiter, da bin ich unsicher.

00:58:47: aber jetzt in dieser Woche die Teilnehmer, die dann kam nach einer sechs ... Böchigen Pause sagten, bin ich froh dass du wieder da bist.

00:58:57: Dass wir es wieder anfängt so.

00:58:58: und dann denke ich das ist das was uns fehlt.

00:59:02: spüren und entspannen

00:59:06: Ja Es ist eigentlich ein völlig normales und sollt eigentlich ein selbstverständliches Teil von Das erleben sein von unserer Wirklichkeit.

00:59:21: Gibt es etwas was wir noch nicht besprochen haben, was du gerne teilen möchtest.

00:59:33: Ich glaube das war

00:59:37: es.

00:59:37: Können wir das Gespräch so stehen lassen?

00:59:39: Ja ist gut so.

00:59:42: Danke Brigitte!

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